Kraftvoll dranbleiben

Wir kämpfen für faire Arbeit, demokratische Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit weltweit. In über 60 Projekten auf vier Kontinenten setzen wir Solidarität in die Tat um. Im Auftrag unserer Spenderinnen und Spender beseitigen wir auf weitsichtige und unerschrockene Weise Missstände und eröffnen benachteiligten Menschen neue Perspektiven und Möglichkeiten.
Finden Sie hier unsere Highlights aus 2018 oder sehen Sie sich Jahresbericht und Finanzbericht als PDF an.

MEIN 2018

«Eine Frauenorganisation im nicaraguanischen Waslala begann 2017 mit dem Aufbau von Produktion und Vermarktung von Kakao. Mit dieser Neuausrichtung reagierte die Organisation darauf, dass ihre Mitglieder dringend ökonomische Alternativen brauchten. Solidar Suisse unterstützte die langjährige Partnerorganisation beim Analysieren von Angebot und Nachfrage sowie mit Startkapital, um den KleinbäuerInnen ihren Kakao abzukaufen und ein Lagerhaus umzubauen. Dank einem Abnahmevertrag mit Rittersport profitierten 125 Frauen und 100 Männer von einem sicheren Verkaufskanal für ihren Kakao und konnten ihr Einkommen erhöhen.» Im Jahr 2017 wurde in El Salvador alle 18 Stunden eine Frau ermordet, meist von einem Täter aus der Familie. Diese Realität zeigt das Ausmass der Missachtung der Integrität, Würde und Freiheit von Frauen. Deshalb kämpfe ich mit Solidar Suisse gegen die Straflosigkeit der Täter und die Verletzung der Frauenrechte. Zum Beispiel mit Sensibilisierungsarbeit, die zur Verhinderung von Gewalt beiträgt.» Alexander Rayo, Solidar-Landeskoordinator in Nicaragua

Weitere Statements von Solidar-Mitarbeitenden finden Sie hier.

 

Weg in die Arbeitswelt für Jugendliche in Moçambique

In Moçambique finden viele Jugendliche keine Arbeit. Laut Internationaler Arbeitsorganisation ILO sind es 35 Prozent – eine der höchsten Raten weltweit.

So schaffen jedes Jahr 100'000 Jugendliche den Einstieg in die Arbeitswelt nicht. Das Hauptproblem ist, dass der höchst informelle Arbeitsmarkt in Moçambique. Laut UNDP (Entwicklungsprogramm der Uno) sind 87 Prozent der Menschen informell beschäftigt – und gleich viele sind Working Poor. Da sagen Arbeitslosenzahlen nichts aus, denn sich arbeitslos zu melden, ist keine Option. Die Menschen müssen sich irgendwie durchschlagen. 
Dazu kommt, dass in der Berufsbildung nicht die Fähigkeiten vermittelt werden, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, und viele Jugendliche die Schule gar nicht abschliessen. Nach wie vor kann die Hälfte der Bevölkerung nicht lesen und schreiben – bei den Frauen ist die Rate noch höher. Und schliesslich können sich viele junge Erwachsene eine Berufsausbildung gar nicht leisten.

Junge Frauen in nicht-traditionellen Berufen

Um dieser Situation zu begegnen, unterstützt Solidar Suisse die ärmsten SchülerInnen, damit sie eine dreijährige Berufsbildung absolvieren können: als Landwirtinnen, Mechanikern, Schreinerinnen, Buchhaltern oder Bautechnikerinnen. Die Ausbildung befähigt die Jugendlichen, in Fabriken zu arbeiten, Nahrungsmittel für den Markt zu produzieren – 80 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig – oder ein eigenes Unternehmen zu gründen. Etwa 40 Prozent der SchülerInnen sind junge Frauen. Die Chancen junger ausgebildeter Frauen auf dem Arbeitsmarkt sind auch in nicht-traditionellen Berufen recht gut. Viele Arbeitgeber sehen und wertschätzen inzwischen, dass Frauen genauso gut sind wie Männer. Da findet ein Wandel statt. 
Insgesamt stimmen die ersten Ergebnisse des 2017 gestarteten Projekts positiv: 40 Prozent der Jugendlichen konnten in den Arbeitsmarkt integriert werden, die Hälfte davon als Selbständige. 

 

Kontinuierlicher Druck zeigt Wirkung

2018 publizierte Solidar den vierten Bericht zu den miserablen Arbeitsbedingungen in chinesischen Spielwarenfabriken, die z.B. für Disney, Mattel oder Hasbro produzieren. Der Report schlug international Wellen. Doch was haben wir seit der ersten Kampagne 2015 konkret erreicht? Zum Beispiel werden unsere Berichte von den Spielzeuggiganten nicht mehr als Falschmeldung abgetan. Sie müssen Stellung beziehen oder versuchen die Negativreaktionen stillschweigend auszusitzen. Unsere Kampagnenarbeit zeigt: 1. Es braucht verbindliche Regeln, damit sich die Unternehmen bewegen. 2. Nur langfristiger Druck macht den Firmen klar, dass sie sich nicht entziehen können, sondern die Missstände in ihrer Lieferkette angehen müssen. 

 

Gegen Menschenrechtsverletzungen bei der Fussball-WM

Im Vorfeld der Fussball-WM in Russland 2018 diskutierte Solidar Suisse mit der Fifa die Situation der Arbeiter auf den Stadionbaustellen. Obwohl die Fifa seit unserer ersten Kampagne zur WM 2010 in Südafrika eine umfassende Menschenrechtspolitik eingeführt hat, die Austragungsländer zukünftig verpflichtet, für Demonstrations- und Pressefreiheit und faire Arbeitsbedingungen beim Stadionbau zu sorgen sowie die Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen und Vertreibungen zu unterlassen – fällt das Fazit bescheiden aus. Präsident Gianni Infantino scheint nicht hinter den Bemühungen der Fifa zu stehen. Gegenüber Putin sprach er Vorwürfe zu groben Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen jedenfalls nicht an. Deshalb richteten wir zum WM-Anpfiff einen Video-Appell an Infantino, in dem ihn Slampoet Etrit Hasler wortgewaltig zum Handeln aufruft – unterstützt von über 3000 Personen. Denn obwohl sich seit 2010 bei der Fifa einiges getan hat, bleibt ein weiter Weg bis rund um die WM keine Menschrechte mehr verletzt werden. Solidar bleibt dran. 

 

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