Gegen die vorherrschende Wirtschaftslogik, den Markt mit immer neuer Massenware zu extrem niedrigen Produktionskosten zu überschwemmen und Umwelt und Menschenrechte dem Profit unterzuordnen, können wir auch in der Schweiz aktiv werden. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt. Lesen Sie auch unseren neusten Report aus China. Die Zustände in den Fabriken verbessern sich leider nur sehr zaghaft.

Tipps

1) Setzen Sie auf Langlebigkeit: Nicht nur das Material soll überdauern, sondern auch das Interesse am Spielzeug. Die Versuchung zu Weihnachten ist gross, bei all den vielen günstigen Glitzerangeboten zuzugreifen. Doch setzen Sie lieber auf einen erfüllten Herzenswunsch anstatt zehn Mal kurzweiligen Spass.

2) Alternative Geschenke: Gemeinsame Aktivitäten, wie Kino-, Theater- oder Zoobesuche sind tolle, faire Geschenke. Auf Flohmärkten, in Brockenhäusern und bei Freunden finden Sie ausserdem ‘altes’ Spielzeug, das viel neue Freude bereiten kann. Und es gibt  Ateliers, welche Spielzeug aus hochwertigem Material und unter fairen Bedingungen in der Schweiz herstellen.

3) Niemand ist perfekt: Nachhaltig Schenken ist nicht immer einfach. Geben Sie nicht auf, wenn es nicht immer bei allen Geschenken klappt und sie Kompromisse eingehen müssen. Wichtiger als 100% konsequent zu sein ist es langfristig mit kleinen Schritten dran zu bleiben.

4) Sensibilisieren im eigenen Umfeld: Machen Sie Familie und FreundInnen auf die Probleme in der Spielzeugproduktion aufmerksam. Bewusster Konsum ist ein erster Schritt zur Veränderung.

5) Gestalten Sie wirtschaftliche Transformation: Fragen Sie in den Geschäften nach den Produktionsbedingungen. Auch wenn die Antwort meist unbefriedigend ist, setzt die Frage ein Zeichen. Organisieren Sie selbst Tauschaktionen mit Freunden oder im Quartier oder unterstützen sie Aktionen von NGOs.

6) Engagieren Sie sich politisch: Nehmen sie die partizipativen Möglichkeiten im politischen System der Schweiz wahr. Unterstützen Sie Anliegen für globale Gerechtigkeit und wählen Sie PolitikerInnen, die diese Haltung konsequent vertreten.

Weltmeister in der Spielzeugproduktion ist weiterhin China. In der Schweiz kommen rund zwei von drei Spielzeugen aus dem asiatischen Land. Dort werden nicht nur Plastikspielzeug und Plüschtiere, sondern auch Gesellschaftsspiele und Holzspielzeug produziert.

Undercover in den Fabriken

Mittels verdeckter Recherchen beleuchtet Solidar Suisse seit 2015 unter welchen Bedingungen unser Spielzeug in den chinesischen Fabriken hergestellt wird. Der diesjährige Report nimmt fünf Fabriken unter die Lupe. Das Ergebnis fällt erneut schlecht aus:

  • Basislöhne unter dem Existenzminimum.
  • ArbeiterInnen leisten unzählige Überstunden, damit ihr Lohn zum Leben reicht.
  • Ungenügender Arbeitsschutz: Fehlende oder unzureichende Schutzkleidung, fehlende Gesundheitschecks für Personen in gefährlichen Arbeitspositionen, unzureichendes Sicherheitstraining vor Arbeitsantritt.
  • Keine Arbeitnehmendenvertretung und keine unabhängigen Beschwerdemechanismen.

Was sind die Ursachen für die Missstände?

Es drängt sich die Frage auf: Weshalb ändert sich so wenig, obwohl die grossen Markenunternehmen wie Disney, Hasbro, Mattel & Co. seit Jahren grosse Versprechungen zur Verbesserung ihrer Lieferketten machen?

Die Antwort ist einfach: Die multinationalen Konzerne fordern zwar Verbesserungen in den Fabriken, ihr eigenes Geschäftsmodell ändern sie jedoch kaum, obwohl sie selbst Teil der Ursachen für die Probleme sind, indem sie Fabriken um die Aufträge konkurrenzieren lassen. Sie üben Druck auf die Einkaufspreise aus, setzen kurze Produktionsfristen fest und fordern maximale Flexibilität von den Fabriken. Damit senken sie ihr eigenes Risiko und steigern ihren Profit, schaffen aber gleichzeitig die Grundlage für die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in den Fabriken.

2019 Fair Toys