Um die Infrastruktur für die teuerste Fussball-WM aller Zeiten zu errichten, arbeiten in Qatar über 250'000 ArbeitsmigrantInnen aus Südostasien. Neben der grossen Hitze sind auch die Arbeitsbedingungen unter dem «Kafala»-System mit grossen Risiken für die ArbeiterInnen verbunden. Die Fifa hat es bisher versäumt, für einen ausreichenden Schutz und faire Arbeitsbedingungen zu sorgen. Um die Situation der ArbeiterInnen zu verbessern, müsste die Fifa die bestehenden Verträge mit Qatar anpassen.

Mit einem Investitionsvolumen von 50 Milliarden US-Dollar plant der Kleinstaat Qatar einen der teuersten Megasport-Events aller Zeiten. Von insgesamt zwölf WM-Stadien werden sechs in Doha und sechs in der näheren Umgebung der Hauptstadt errichtet. Es entstehen acht neue Stadien und vier bestehende Arenen werden ausgebaut – dies vor allem von ArbeitsmigrantInnen aus Nepal, Sri Lanka, Pakistan und Indien.

Arbeiter in seinem Schlafzimmer in Doha

Moderne Sklaverei?

Bei ihrer Ankunft in Qatar müssen die ArbeiterInnen oft feststellen, dass die Arbeitsbedingungen viel schlechter sind, als es ihnen im Vorfeld versprochen wurde. Neben den Zahlungsrückständen ist vor allem die Sicherheit auf den Baustellen ein grosses Problem. So sind seit Baubeginn der WM-Infrastruktur Hunderte von Arbeitsmigranten gestorben. Zudem werden mit dem «Kafala»-System ArbeiterInnen daran gehindert das Land zu verlassen oder den Arbeitgeber zu wechseln. Sie brauchen dafür die Einwilligung ihres Arbeitgebers. Dies führt zu Zuständen, die in Richtung moderner Sklaverei gehen.

Die Fifa steht in der Verantwortung

Solidar Suisse setzt sich dafür ein, dass die Fifa die Verträge mit Qatar um eine soziale Dimension ergänzt. Die Fifa muss als Organisatorin der Weltmeisterschaften Richtlinien zu fairen Arbeitsbedingungen beim Stadionbau, zur Gewährleistung der Menschenrechte bei Projekten, die in Verbindung mit der WM stehen, und zum Umgang mit informell Beschäftigten erlassen. Diese Richtlinien sollten sich an den ILO-Kernarbeitsnormen und den UNO-Menschenrechtsabkommen orientieren.

Fotos: Doha 2015, Thomas Nyberg

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