In Südafrika nimmt die Zahl der prekär und informell Beschäftigten seit Jahren zu. Die Beratungsstelle CWAO verhilft den Betroffenen zu ihrem Recht. In den letzten Jahren konnte CWAO für 4'000 ArbeiterInnen bessere Arbeitsbedingungen erwirken. CWAO hilft auch anderen Rechtsberatungstellen, damit diese sich für die ArbeiterInnen einsetzen können.

Die Arbeitslosigkeit in Südafrika liegt bei 40 Prozent und die Menschen, die Arbeit haben, schuften oft unter ausbeuterischen Bedingungen. Das Phänomen der "Labour Broker Workers" hat sich in allen Branchen massiv ausgeweitet – das sind TemporärarbeiterInnen, die dieselbe Arbeit verrichten wie Festangestellte, jedoch zu einem massiv tieferen Lohn und ohne jegliche Sozialleistungen. Ihnen kann jederzeit gekündet werden.

Das neue Selbstbewusstein der prekär Beschäftigten

Das 2011 im Industriegürtel East Rand in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg gegründete Casual Workers Advice Office (CWAO) bietet TemporärarbeiterInnen und prekär Beschäftigten Rechtsberatung an und unterstützt sie dabei, sich zu organisieren. Die sechs Tage die Woche offene Beratungsstelle besuchen zum Beispiel Angestellte einer Fastfood-Kette, die nach 12 Jahren (!) „temporärer“ Beschäftigung von einem auf den anderen Tag entlassen werden. Meist geht es um ungerechtfertigte Entlassungen, Lohndumping oder das Nichtbezahlen von Sozialversicherungsbeiträgen seitens der Arbeitgebenden.

Was den Erfolg von CWAO ausmacht

Der Erfolg von CWAO ist beeindruckend: Rund 80 Prozent aller Fälle, die CWAO vor die Schiedsgerichte bringt, werden zugunsten der ArbeiterInnen gelöst. Die kleine Organisation hat Präzedenzfälle erwirkt, die TemporärarbeiterInnen in Festanstellungen mit besseren Löhnen und grösserer Rechtssicherheit überführen. CWAO ist aber nicht nur in Johannesburg erfolgreich, sondern “exportiert“ sein Erfolgsmodell durch die Beratung anderer Rechtsberatungsstellen in ganz Südafrika. Ausserdem hat CWAO ein elektronisches Handbuch mit den wichtigsten arbeitsrechtlichen Bestimmungen in Südafrika erstellt und gibt dieses Hilfsmittel kostenlos an andere Beratungsstellen weiter.

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Story

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