Kauft Ihre Gemeinde nur Waren ein, die unter menschenwürdigen Bedingungen produziert wurden? Handelt sie solidarisch mit Entwicklungsländern und kümmert sie sich um eine nachhaltige Beschaffung? Dies untersucht das Gemeinderating von Solidar Suisse.

Interaktive Grafik mit den Resultaten des Gemeinderatings 2016

Das dritte Gemeinderating von Solidar Suisse untersuchte 88 Gemeinden hinsichtlich ihrer Beschaffungspolitik und Solidarität mit Entwicklungsländern. Die zwölf Gemeinden auf den Spitzenplätzen sind: Genf, Carouge, Lausanne, Zürich, Ittigen, Bern, Nyon, Yverdon-les-Bains, Moutier, Riehen, Bülach und Vevey. Doch nicht alle Gemeinden stehen gut da: 11 Gemeinden erhalten nur gerade einen Globus, weil sie ihre globale Verantwortung kaum wahrnehmen.

Sehen Sie in der Grafik, wie Ihre Gemeinde oder Ihre Region abschneidet, schauen Sie sich die Zusammenfassung der Resultate an, lesen Sie unser Hintergrunddossier oder informieren Sie sich darüber, wie bewertet wurde und was wir mit dem Gemeinderating erreichen möchten.

Die öffentliche Hand beschafft in der Schweiz jedes Jahr Waren und Dienstleistungen für schätzungsweise 40 Milliarden Franken. Ein Teil davon wird im Ausland eingekauft und stammt nicht selten aus ausbeuterischer Produktion. Solidar Suisse möchte mit dem Rating einen Anreiz für Gemeinden schaffen, ihre Marktmacht und Vorbildfunktion als verantwortungsvolle Konsumentinnen verstärkt wahrzunehmen.

Um eine faire Beschaffung voranzutreiben, engagiert sich Solidar Suisse zudem für eine bessere gesetzliche Verankerung von nachhaltiger Beschaffung.

Global denken – lokal handeln
Den Zusammenhang zwischen dem Einkauf von Waren in der Schweiz und den Lebensbedingungen in den Produktionsländern kennt Solidar Suisse aus jahrelanger Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit. Hier zeigt sich, dass menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Löhne für viele Armutsbetroffene der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Weg aus der Armut sind. Mit unserem Konsumverhalten in der Schweiz haben wir direkten Einfluss darauf, unter welchen Bedingungen Produkte in Entwicklungs- und Schwellenländern hergestellt werden. Doch Gemeinden beeinflussen die Lebensbedingungen der Menschen in anderen Ländern nicht nur über die Waren und Dienstleistungen, die sie einkaufen, sondern auch über die direkte Solidarität, die sie vorleben, indem sie Entwicklungsprojekte unterstützen. Dies gilt gerade für Gemeinden in reichen Ländern wie der Schweiz.

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Hintergrund

Nachhaltige öffentliche Beschaffung

Wenn Gemeinden billige Produkte aus dem Ausland einkaufen, hat dies oft eine Kehrseite. Viele dieser Waren wurden unter menschenverachtenden Bedingungen hergestellt.