Die Jugendarbeitslosigkeitsrate in Serbien beträgt über 43 Prozent. Die Jobsuche für junge Serbinnen und Serben gestaltet sich entsprechend schwierig. Mit einer verbesserten Berufsbildung und Berufspraktika will Solidar Suisse den Jungen eine bessere Perspektive auf dem Arbeitsmarkt bieten.

Die Berufsbildung hat in Serbien einen schlechten Ruf. Einerseits werden Berufsschüler kaum über ihre beruflichen Perspektiven informiert, andererseits vermitteln die Berufsschulen zu wenig praktische Fähigkeiten zur Ausübung zukünftiger Jobs. Insbesondere in der Holz- und Metallverarbeitung, in der IT-Branche und im Tourismus haben Arbeitgeber oft Mühe, junge und qualifizierte Angestellte zu finden.

Mehr Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Arbeitgebern

Solidar Suisse will dies ändern und fördert mit dem Projekt "Pro Career" die berufliche Orientierung an den Serbischen Berufsschulen. An 40 Berufsschulen werden bis 2020 neue Lehrpläne und Aktivitäten getestet, welche die SchülerInnen besser auf den Berufseinstieg vorbereiten sollen. Unter Einbezug von engagierten LehrerInnen, Arbeitgebern und Behördenmitgliedern sollen die besten Konzepte an möglichst vielen Schulen umgesetzt werden. 2016 hatten lediglich zwei Drittel aller Serbischen Berufsschulen Vorbereitungskurse auf den Berufseinstieg in den Lehrplan integriert. Mit "Pro Career" sollen in naher Zukunft 90 Prozent aller Schulen solche Kurse anbieten. Damit soll auch die Zusammenarbeit von Berufsschulen und Firmen intensiviert werden.

Berufspraktika für 450 BerufsschülerInnen

Dieses Ziel verfolgt auch das Projekt "Pro Skills": Es ermöglicht 450 BerufsschülerInnen und jungen Arbeitslosen Berufspraktika. Die Aussicht der PraktikantInnen auf eine Arbeitsstelle erhöht sich dadurch beträchtlich. Die Praktika werden in den oben erwähnten Branchen mit Fachkräftemangel durchgeführt. Eine Allianz aus Arbeitgeberverbänden, Bildungsfachleuten und Jugendverbänden setzt sich für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Berufspraktika an Schulen und Arbeitsämtern ein und ermöglicht jungen SerbInnen so wichtige erste Berufserfahrungen.

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Geschichte

Brücke in die Arbeitswelt

Dank einem Sommerpraktikum hat Nikola Zdrakovic direkt nach der Schule eine Arbeitsstelle gefunden. Keine Selbstverständlichkeit in Serbien.