Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Serbien ist eine soziale Zeitbombe. Solidar Suisse unterstützt NGOs, den Arbeitgeberverband und eine Gewerkschaft dabei, diese zu entschärfen.

Rund eine halbe Million Serbinnen und Serben zwischen 15 und 25 Jahren sind ohne Arbeit. Dies entspricht fast der Hälfte der serbischen Jugendlichen. Die Perspektivenlosigkeit und Verzweiflung unter den Jugendlichen ist gross. Trotzdem beklagen sich Arbeitgeber, dass sie keine passenden jungen Arbeitskräfte finden. Grund für die Misere: Das Berufsbildungssystem ist veraltet. Die Lerninhalte decken relevantes Wissen und die im Job benötigten Fähigkeiten nur spärlich ab. Die berufliche Orientierung ist in vielen Schulen kein Thema. Mit den Dienstleistungen der Arbeitsämter können die meisten Jugendlichen nicht viel anfangen. Und die angekündigten Reformen des Bildungswesens werden nicht umgesetzt.

Die Jungen und der Arbeitsmarkt
Mit dem Projekt «Mehr Chancen für Junge im Arbeitsmarkt» soll diese gefährliche Entwicklung entschärft werden. Solidar Suisse unterstützt fünf NGOs, eine lokale Gewerkschaft und den nationalen Arbeitgeberverband bei der Lösungssuche. Dabei geht es in einem ersten Schritt um eine gemeinsame Problemanalyse mit entsprechender Aufbereitung von Informationen. Die Organisationen erarbeiten anschliessend einen Verbesserungsvorschlag und setzen sich bei Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für die Umsetzung ein. Ziel ist, die Berufsberatung zu verbessern und die Berufsausbildung besser auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abzustimmen. Die gemeinsame Erarbeitung ist Voraussetzung für das Gelingen des Projekts. Das serbische Projekt ist eine Weiterentwicklung des Projekts «Jugend & Arbeit», das bereits vor einiger Zeit in Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Serbien gestartet wurde, um die massive Jugendarbeitslosigkeit zu mildern.

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Geschichte

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