Solidar Suisse unterstützt die Opfer des Erdbebens in Nepal mit dem Bau von 800 erdbebensicheren Häusern, der Reparatur von Bewässerungssystemen und einem finanziellen Beitrag, damit sie getötete Nutztiere und verlorene Ernte ersetzen können.

Der abgelegene Distrikt Sindhupalchok war stark vom Erdbeben betroffen. Damit längerfristig BauarbeiterInnen zur Verfügung stehen, die erdbebensichere Häuser bauen können, wird der Wiederaufbau von 800 Häusern mit einem Ausbildungsprogramm verbunden. So schickt jede beteiligte Familie wenn möglich eine Person für acht Monate in ein zehnköpfiges Bauteam, deren Angehörige in dieser Zeit Häuser baut und im Gegenzug eine staatlich anerkannte Ausbildung als BauarbeiterInnen erhalten. Damit wird auch der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften behoben und es werden Einkommensmöglichkeiten geschaffen. Oberstes Ziel des Wiederaufbaus sind erdbebensichere Häuser. Deshalb werden sie mit dicken, von Holzriegeln durchzogenen Trockensteinmauern versehen.

Mit Training zum Bau des eigenen Hauses

«Wichtig ist dabei, dass die Steine richtig positioniert und die Ecksteine in die passende Form gehauen werden», erzählt Fulmaya Baral, die im Bauteam in Palchok arbeitet. Dies ist nicht selbstverständlich, denn Frauen wird nicht zugetraut, dass sie auf der Baustelle dieselbe Arbeit tun können wie Männer: «Die Leute haben mir gesagt: „Du machst es nicht so gut wie ein Mann.“ Doch seit dem Training bin ich zuversichtlich, dass ich das sehr wohl kann und möchte ihnen meine Fähigkeiten beweisen.» Unterstützt wurde Fulmaya Baral dabei von den Solidar-Mitarbeitenden und ihrer Nachbarin, die demselben Bauteam angehört. «Ich freue mich darauf, nach dem Training mein eigenes Haus bauen zu können», sagt Fulmaya Baral mit einem strahlenden Lächeln. Und sie möchte auch weiterhin auf dem Bau arbeiten, wo sie mehr verdient denn als Bäuerin: «Wenn ich auf dem Feld arbeite, erhalte ich 150 Rupies pro Tag, auf dem Bau 500 Rupies.» Der Wunsch, unabhängig zu sein und ihr eigenes Geld zu verdienen ist eine wichtige Motivation für Fulmaya Baral. «Ausserdem möchte ich etwas für die Gemeinschaft tun.»

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