In Thailand leben ungefähr 3 Millionen ArbeitsmigrantInnen aus Nachbarländern wie Kambodscha und Myanmar. Viele dieser Menschen sind ohne gültige Papiere oder Arbeitserlaubnis ins Land eingereist; es handelt sich also um „Sans-Papiers“. Sie arbeiten im informellen Sektor, ohne jeden Schutz durch die Arbeitsgesetzgebung und können dadurch gnadenlos ausgebeutet werden.

Besonders prekär sind die Bedingungen in zwei wichtigen thailändischen Exportindustrien: In der Fischerei und im rasch wachsenden Palmölsektor. Die ArbeitsmigrantInnen in diesen Sektoren erhalten selten den ohnehin schon sehr tiefen Mindestlohn, sie müssen unbezahlte Überzeit leisten, sie erhalten keinen Mutterschaftsschutz und auch sonst keine Sozialleistungen, sie können von einem Tag auf den anderen entlassen werden und sie müssen unter prekärsten Bedingungen leben. Kurz: Es handelt sich oft um moderne Sklaverei.

Solidar Suisse unterstützt die ArbeitsmigrantInnen in der thailändischen Exportindustrie über die Partnerorganisation Mekong Migration Network. Ziel des Projekts ist es, die ArbeitsmigrantInnen zu stärken und ihre rechtliche Situation zu verbessern. Zu diesem Zweck werden rund 400 RechtsanwältInnen und AktivistInnen in den Herkunftsländern wie auch in Thailand weitergebildet. So kennen sie die Lage der ArbeitsmigrantInnen im informellen Sektor und können sich für die Sans-Papiers einsetzen. Letztlich geht es auch darum, die politischen Entscheidungsträger in der gesamten Mekong-Region für die Probleme der Sans-Papiers zu sensibilisieren und zu einer Verbesserung der Lebenssituation der ArbeitsmigrantInnen beizutragen.

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Globale Produktion – globale Arbeitskämpfe

Mit einem verstärkten Engagement in Südostasien will Solidar die Rechte von ArbeiterInnen durchsetzen und verantwortliches Handeln von Unternehmen fördern.