Im Kosovo ist die Arbeitslosigkeit bei den Jungen besonders hoch - mehr als die Hälfte aller jungen Erwachsenen haben keine Arbeit. Das liegt auch daran, dass die Ausbildung zu wenig auf das Berufsleben ausgerichtet ist. Mit dem Projekt "Pro Skills" fördert Solidar Suisse die Arbeitsmarktintegration junger BerufsschülerInnen in Peja.

Dank der praktischen Ausbildung in den Bereichen IT, Tourismus, Metall- und Holzverarbeitung gewinnen die Jungen einen neuen Zugang zu möglichen Berufsfeldern. «An der Schule haben wir nicht die Möglichkeit, in einer Werkstatt Produkte herzustellen. Die Praktikumswoche bei Bakalli Metall hat mir deshalb sehr gefallen», erzählt der 15-jährige Abion Krasniqi, der an der Berufsschule Metallverarbeitung lernt. Elvira Mehmetaj war mit ihrem Praktikum in einem Hotel weniger zufrieden: «Ich musste vor allem Salate zubereiten und habe wenig vom Hotelbetrieb gelernt.» Dennoch hält sie an ihrem Berufswunsch «Küchenchefin» fest.

Lokale Akteure entwickeln gemeinsam die Berufsbildung

Die Versuche ganze Lehrgänge für bestimmte Mangelberufe zu importieren, sind in der Vergangenheit gescheitert. Deshalb setzt Solidar auf einen lokalen Ansatz, der die Eigenheiten des bestehenden Systems berücksichtigt. zu Beginn des Projektes ging es darum, die Arbeitgeber, Berufsschulen und Behörden an einen Tisch zu bringen, die dringendsten Bedürfnisse zu diskutieren und entsprechende Vorschläge zur Verbesserung der Berufsbildung zu planen. Pro Skills bildete zu diesem Zweck eine Arbeitsgruppe aus lokalen Vertretern aller Interessengruppen. Diese haben 2017 bereits praktische Ausbildungsmodule in der Metall- und Holzverarbeitung, sowie im Toursimus und IT Sektor für rund 60 Berufsschülerinnen und Berufsschüler initiiert und durchgeführt. In den kommenden Jahren (2018-2020) werden weitere praktische Ausbildungsmodule durchgeführt und nach Möglichkeit in den offiziellen Lehrplan aufgenommen.

Share buttons Header Image