Die Gesundheitsversorgung im Kosovo ist vielerorts schlecht. Eine Reform ist zwar eingeleitet, doch ohne Beteiligung von PatientInnen und Gesundheitspersonal. Das Projekt Kosana will dies ändern.

Theoretisch ist die kosovarische Gesundheitsversorgung kostenlos, doch die benötigten Medikamente stehen in den öffentlichen Gesundheitseinrichtungen oft nicht zur Verfügung und müssen von den PatientInnen für teures Geld besorgt werden. Auch werden zahlreiche Behandlungen häufig gar nicht angeboten oder nur nach langen Wartezeiten, die nur durch Korruption verkürzt werden können. Vielfach bleibt den PatientInnen als einzige Option ein Privatspital oder eine Behandlung im Ausland. Doch die meisten können sich dies nicht leisten.Die Regierung hat die Misere im öffentlichen Gesundheitswesen erkannt und will das System aus jugoslawischer Zeit modernisieren. Herzstück der Reform ist die Einführung einer obligatorischen Krankenkasse. Das entsprechende Gesetz wurde im Frühjahr 2014 vom Parlament gutgeheissen und wird die Organisation des öffentlichen Gesundheitswesens vollständig umkrempeln.

Mangelnder Einbezug der Zivilgesellschaft
Eine Studie von Solidar Suisse aus dem Jahre 2012 hat indes gezeigt, dass niemand die Reformpläne der Regierung kennt: weder die BürgerInnen noch das Gesundheitspersonal oder die Patientenverbände. Ohne Mitbestimmung der Bevölkerung ist die Reform jedoch zum Scheitern verurteilt. Deshalb werden im Projekt Kosana Patientenverbände und Organisationen des Gesundheitspersonals dabei unterstützt, sich einzubringen. Konkret haben die Partnerorganisationen – der Autismus- oder der Diabetikerverband, die Gewerkschaften im Gesundheitssektor oder die Stiftung für Mutter und Kind – verlässliche Daten und Informationen aufbereitet, klare Vorschläge für die Ausgestaltung der Krankenkasse  formuliert und dafür Lobbying betrieben. So wurden viele wertvolle Informationen zu verschiedenen Patientengruppen und Behandlungen aufgearbeitet, was den Partnerorganisationen einigen Respekt verschafft hat. Denn mangelnde Information ist auch für die Regierung eine grosse Hürde auf dem Weg zur neuen Krankenversicherung.

Facts & Figures

Hintergrund Kosovo

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Landesprogramm
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