Obschon die Bauwirtschaft in Kambodscha in den letzten Jahren kräftig gewachsen ist und 2015 einen Anteil am BIP von fast 9 Prozent erreichte, hatten die Arbeiterinnen und Arbeiter in diesem Sektor wenig bis gar nichts von diesem Boom. Im Gegensatz zu den ArbeiterInnen in der Bekleidungsindustrie erhalten sie bis jetzt keinen Mindestlohn und nur die Wenigsten sind bei der nationalen Sozialversicherung gemeldet.

Im 2018 startete Solidar Suisse ein Projekt mit der kambodschanischen Baugewerkschaft „Building and Wood Workers‘ Trade Union Federation of Cambodia“ (BWTUC), die knapp 7000 Mitglieder zählt (es wird geschätzt, dass der gesamte Bausektor in Kambodscha etwa 200‘000 ArbeiterInnen beschäftigt). Das Projekt will die in den Backsteinbrennereien noch immer stark verbreitete Zwangs- und Kinderarbeit und Schuldknechtschaft bekämpfen, indem die ArbeiterInnen über ihre Rechte aufgeklärt und organisiert werden.

Wie alle unabhängigen Gewerkschaften leidet auch die BWTUC stark unter der zunehmenden Missachtung der Arbeitnehmerrechte in Kambodscha. Seit dem Inkrafttreten des neuen, extrem restriktiven Gewerkschaftsgesetzes ist es für die BWTUC praktisch unmöglich geworden, Mitgliedsgewerkschaften offiziell zu registrieren oder arbeitsrechtliche Beschwerden beim Arbeitsministerium zu deponieren. Die BWTUC muss sich somit auf Weiterbildungsmassnahmen für ArbeiterInnen, Sensibilisierungsaktivitäten und auf Lobbying beschränken.

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