Lederwaren sind nach Textilien das wichtigste Exportprodukt von Bangladesch. Die miserablen Arbeitsbedingungen in den Gerbereien und in der Lederverarbeitung sind international kaum bekannt. Solidar Suisse will die Arbeitssicherheit und die gesundheitliche Situation der ArbeiterInnen verbessern.

Foto: fairpicture, Taslima Akther

Der Ledersektor Bangladeschs beschäftigt derzeit etwa 200‘000 ArbeiterInnen und er dürfte weiter wachsen, denn die Regierung möchte die Exportabhängigkeit von Bekleidung und Textilien reduzieren. Um dem schlechten Image des Gerbereisektors von Bangladesch Abhilfe zu verschaffen, hatte die Regierung bereits vor 15 Jahren beschlossen, alle Gerbereien vom Stadtteil Hazaribagh in Dhaka nach Savar, etwa 25 Kilometer nordwestlich zu verlegen. Dies wegen der extremen Umweltverschmutzung, die diese Industrie verursachte, besonders im Buriganga Fluss.

Modernisierung ohne Einbezug der ArbeiterInnen

Der Umzug der ganzen Industrie wurde mit billigem Land und Infrastruktur (Strassen, Abwasseraufbereitung) bewerkstelligt. Auch den ArbeiterInnen wurden viele Versprechen gemacht, die jedoch  nicht eingehalten wurden. So gibt es am neuen Standort keine Wohnungen, keine Geschäfte, keine Schule, kein Gesundheitszentrum und kaum ÖV. Und auch die Umweltprobleme sind am neuen Standort noch keinesfalls gelöst. Der Umzug hat zwar eine gewisse Modernisierung der Gerbereien mit sich gebracht, doch nach wie vor hantiert die Industrie mit sehr toxischen Stoffen von denen vielfach nicht bekannt ist, welche Gesundheits- und Umweltrisiken sie bergen.

Arbeitssicherheit und Gesundheit als Ziel

Das Hauptziel des 2018 gestarteten Projekts mit der Bangladesh Occupational Safety, Health and Einvironment Foundation (OSHE) ist daher, die Arbeitssicherheit und Gesundheit im Ledersektor zu verbessern. Zu diesem Zweck wird eng mit dem Arbeitsinspektorat und der Gerbereiarbeitergewerkschaft (Tannery Workers Union) zusammen gearbeitet. Die ArbeiterInnen werden im Umgang mit Gesundheitsrisiken geschult. Zudem sollen die ArbeiterInnen in den nachgelagerten Verarbeitungsbetrieben, wo Schuhe und Lederartikel hergestellt werden, organisiert und für Gesundheitsprobleme sensibilisiert werden. Zusammen mit anderen aktiven NGOs soll eine nationale Stakeholder-Plattform mit einem nationalen Advocacy-Plan gebildet werden, um so für generell bessere Arbeitsbedingungen in der Lederindustrie von Bangladesch zu sorgen.

 

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