Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein grosses Problem im Norden Nicaraguas. Mit Bildungsarbeit gegen Gewalt und Sexismus und Kampagnen gegen häusliche Gewalt wird die Situation der Frauen und Kinder verbessert.

Über die Hälfte der Opfer von physischer und sexueller Gewalt sind jünger als 18 Jahre. Doch die Frauen organisieren sich, um der Gewalt etwas entgegenzusetzen: Das Frauennetzwerk Ana Lucila – benannt nach einer Frau, die von ihrem Ehemann ermordet wurde, weil sie sich öffentlich für die Rechte der Frauen einsetzte – vereint rund 4000 aktive Frauen. Viele von ihnen waren selber Opfer von Gewalt. Zusammen mit professionellen Beratungsstellen in der Departmentshauptstadt Matagalpa haben sie in 18 Munizipien im Norden des Landes ein Netz mit Anlaufstellen für die Betroffenen aufgebaut und arbeiten dabei eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Sie bieten Krisenintervention und psychologische Betreuung für Gewaltopfer sowie rechtliche Beratung bei Klagen gegen Gewalttäter an. Durch die kontinuierliche Sensibilisierung- und Präventionsarbeit mit Weiterbildungen für Behördenangehörige, Bildungsarbeit gegen Gewalt und Sexismus an Schulen, Kampagnen, Radiosendungen und einer „Telenovela“ haben die Frauen das Tabu um das Thema häusliche Gewalt gebrochen.

Hintergrund

Hartnäckig gegen Gewalt

Auch dank der Arbeit von Solidar Suisse gingen die Gewalttaten in Managua um 30 Prozent zurück.