Die Fifa steht als Veranstalterin der WM in der Pflicht, für nachhaltige Spiele und faire Arbeitsbedingungen auf den Stadionbaustellen zu sorgen. Leider werden in Russland und Qatar, den beiden nächsten Austragungsländern, im Zusammenhang mit der Fussball-WM Menschenrechte auf verschiedene Weise missachtet. Solidar Suisse fordert von der Fifa die Einhaltung der Menschenrechte und Transparenz.

Im Zusammenhang mit den Fussballweltmeisterschaften werden Menschenrechte regelmässig missachtet. Im Vorfeld der Fifa-WM in Südafrika und Brasilien kam es zu Vertreibungen und StrassenhändlerInnen verloren ihr Einkommen. Die menschenrechtliche Situation ist auch im Fall von Russland 2018 und Qatar 2022 prekär. Auf Grossbaustellen für die Infrastruktur und die Fussballstadien werden Arbeitsmigranten ausgebeutet.

Die wahren Kosten der Fifa-WM

In Qatar kam es zu zahlreichen Todesfällen auf Baustellen. Zudem begünstigt das weiterhin bestehende «Kafala»-System die Zwangsarbeit von Migranten. In Russland wurde das Arbeitsrecht wegen der Fussball-WM geschwächt. Dies war bereits in Brasilien und Südafrika zu beobachten. Die Fussball WM lässt sich auf eine einfache Formel reduzieren: Den Preis zahlt die Öffentlichkeit, den Profit macht die Fifa.

Was Solidar Suisse dagegen unternimmt

Mit Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnen, Recherchen und Gesprächen fordert Solidar Suisse die Fifa auf, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen. Ausserdem unterstützt Solidar Suisse in Qatar die Rechtsberatung von Arbeitsmigranten. 

Solidar Suisse fordert von der Fifa mit einem Nachhaltigkeitskodex eine grundsätzliche Neuausrichtung:

  • Wahrung der Menschenrechte
  • Festlegung von Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen für BauarbeiterInnen und StrassenhändlerInnen (keine Verkaufseinschränkungen, faire Löhne, Verbot von Zwangsarbeit, Diskriminierung und Kinderarbeit sowie Wahrung der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit)
  • Keine Steuerbefreiung für die Fifa und ihre Sponsoren im Austragungsland
  • Keine Sondergesetze für die Fifa wie z. B. Streikverbot vor einer WM.
  • Festlegung von ökologischen Kriterien für die Austragungsstätten.

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Hintergrund

WM 2018 in Russland

Wegen der Wirtschaftssanktionen und des tiefen Ölpreises steht die russische Regierung finanziell unter Druck und hat Budgetkürzungen für die WM beschlossen.