Solidar Suisse leistet Nothilfe für aus Myanmar geflohene Rohingya. Sushant Sharma von Netzwerkpartner AWO International schildert die prekäre Situation in den Lagern und wie er sich für den Schutz der Geflohenen vor Gewalt und Menschenhandel einsetzt.

Warum sind seit letztem August so viele Rohingya nach Bangladesch geflohen?
Die Rohingya werden in Myanmar bereits seit den 1980er Jahren diskriminiert und mussten immer wieder fliehen. Seit dem 25. August 2017 ist die Gewalt dramatisch eskaliert, Erwachsene wie Kinder wurden umgebracht, Mädchen und Frauen vergewaltigt, Dörfer niedergebrannt. Deshalb sind mehr als 830‘000 Menschen ins benachbarte Bangladesch geflohen.

Seit September leisten Solidar und AWO gemeinsam Nothilfe. Wie ist die Situation vor Ort?
Sehr prekär. Es war eine enorme Herausforderung, in einem abgelegenen und kaum erschlossenen Gebiet innerhalb von wenigen Wochen Hunderttausende Menschen unterzubringen und zu versorgen. Die Notunterkünfte aus Bambus und Zeltplanen drohen bei jedem Windstoss zu zerreissen, die Gefahr eines Brandes ist gross, und die Wirbelsturmsaison naht: Das Gebiet ist eines der am meisten von Taifunen heimgesuchten im südasiatischen Raum. Ausserdem ist die sanitäre Situation dramatisch: Brunnen sind durch Fäkalien verunreinigt, und die Toiletten laufen über.

Wie geht es den ankommenden Flüchtlingen?
Viele sind ein bis zwei Wochen oder noch länger durch die Hügel gelaufen, auch Kinder und alte Menschen. Sie haben Verletzungen von Schüssen oder Schlägen. Frauen brachten unterwegs Kinder zur Welt, Kleinkinder leiden unter Durchfall und sind dehydriert.
Zunächst waren Essen und Trinken die dringendsten Bedürfnisse, jetzt geht es um hygienische Latrinen, Entwässerung, stabile Unterkünfte und Kochgelegenheiten. Insgesamt wurden bis Ende Jahr 2 831 Flüchtlinge mit Material für den Bau von Notunterkünften sowie Haushalt- und Küchenutensilien versorgt. Weitere Probleme sind nun Gewalt gegen Frauen und Kinder und dass die Flüchtlinge Opfer von Menschenhandel und Zwangsarbeit zu werden drohen.

Was sind nun die grössten Herausforderungen?
Der aufkommende Monsun und die Wirbelstürme. Allein der Zugang zum Lager ist dann extrem schwierig, da es hügelig ist und keine befestigten Zufahrtsstrassen bestehen. Auch wurden Notunterkünfte und Toiletten zu Beginn an steilen Hängen eingerichtet. Sie drohen weggewaschen zu werden und das Lager mit Abwasser zu überschwemmen, was zum Ausbruch von Seuchen führen könnte. Wir planen deshalb Stabilisierungsmassnahmen.

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Hilfe für Rohingya

Bitte unterstützen Sie die Rohingya

Im September 2017 wurden Hunderttausende Rohingya aus Myanmar vertrieben und fanden Unterschlupf in Bangladesh. Diese Menschen, die seither in Flüchtlingslagern hausen, sind weiterhin auf Hilfe angewiesen.

52'119.00 CHF von 100'000.00 CHF

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