Die Jugendarbeitslosigkeit in Bosnien und Herzegowina beträgt 58 Prozent und ist damit fast doppelt so hoch wie die generelle Arbeitslosenquote. Die fehlenden beruflichen Perspektiven der Bosnischen Jugend können hingegen nur teilweise auf die generell schlechte Wirtschaftslage zurückgeführt werden. Auch das veraltete Bildungswesen trägt dazu bei, dass die Jugendlichen kaum für den Berufseinstieg gewappnet sind.

Die SchülerInnen in Bosnien und Herzegowina werden selten ermutigt, sich mit ihrer beruflichen Zukunft und ihren Fähigkeiten auseinanderzusetzen. Am Ende der 9. Klasse stehen sie plötzlich vor dem Entscheid eine Berufsschule oder ein Gymnasium wählen zu müssen, ohne die Konsequenzen ihrer Wahl abschätzen zu können. Aber nicht nur den SchülerInnen fehlen die Grundlagen, auch den Lehrkräften und Eltern mangelt es oft an Informationen zu den verschiedenen Lehrgängen und den damit verbundenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dies führt dazu, dass viele SchülerInnen eine universitäre Ausbildung anstreben, obwohl angesichts der individuellen Fähigkeiten und des Fachkräftemangels in manchen Wirtschaftsbereichen eine Berufsausbildung sinnvoll sein könnte.

Berufliche Orientierung für die Jungen

Das Projekt „Pro Career Bosnia“ von Solidar Suisse fördert die berufliche Orientierung von SchülerInnen der 8. Und 9. Klassen mit der entsprechenden Ausbildung von Lehrkräften, der Organisation von Berufsmessen und der Publikation von Informationen zu Ausbildungen und Jobchancen.

In Banja Luka und Zenica hat Solidar Suisse solche Angebote in den vergangenen Jahren gefördert. Sie sind sehr beliebt und werden ab 2017 zum grössten Teil lokal finanziert. Bis 2018 sollen Berufsmessen und Beratungsbroschüren, sowie die Berufsberatung an den Schulen auch in Bijeljina und Tuzla und bis 2020 in weiteren Städten etabliert werden. Zu diesem Zweck soll das Thema der beruflichen Orientierung möglichst breit in der Bevölkerung verankert werden. So fördert Solidar Suisse lokale Initiativen, welche die berufliche Orientierung der Jungen verbessern. Tausende von SchulabgängerInnen werden davon jedes Jahr profitieren.

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Hintergrund

Arbeit für Jugendliche

In den meisten Staaten ist die Arbeitslosenrate bei Jungen doppelt bis dreimal so hoch wie bei über 25-Jährigen, und weltweit sind beinahe vier von zehn jugendlichen Erwerbstätigen arm.