Weltweit müssen junge Menschen für ihre Mitsprache kämpfen. Auch in den traditionell geprägten Gemeinschaften Boliviens haben Jugendliche einen schweren Stand: Sie werden aus dem öffentlichen Raum verdrängt und es fehlen Erwerbsmöglichkeiten. Auch sind sie häufig Opfer von Gewalt in der Familie. Dank Theater und Film gewinnen die Jugendlichen ein neues Selbstvertrauen und können so für Veränderung sorgen.

Diskriminierung, Gewalt, Alkoholprobleme und Perspektivlosigkeit: Für die junge Generation in Bolivien gibt es viele Gründe zur Resignation. Mit LanzArte hat Solidar ein Programm gestartet, das der Hoffnungslosigkeit entgegenwirkt und das die Jugendlichen heute mit ihrer ganz eigenen Dynamik prägen. Dank Theater und Film gewinnen die Jugendlichen Selbstvertrauen und Hoffnung. Mit eigenen Filmen, Theaterstücken und Radioprogrammen bringen sie ihre Probleme und Wünsche zum Ausdruck. Dadurch steigt ihre Bereitschaft, sich für gesellschaftliche Anliegen und für ihre eigenen Rechte und die demokratische Mitbestimmung einzusetzen.

Kulturzentrum für alle

Die Jugendlichen in der Bergarbeiterstadt Huanuni haben erreicht, dass am Hauptplatz der Stadt ein neues Kulturzentrum gebaut wurde, das allen offen steht. In Santa Cruz fördert LanzArte mit Theater die Selbstreflexion und soziale Reintegration von jugendlichen Gefängnisinsassen. In Copacabana inszeniert eine Theatergruppe ihre eigene Version von Schwanensee und stellt Geschlechterstereotypen in Frage. Die Tanztheatergruppe in Cochabamba thematisiert Mobbing und Diskriminierung an Schulen. In Sucre und Rurrenabaque haben sich Jugendliche in Filmclubs zusammengeschlossen und drehen Kurzfilme, zum Beispiel über die Diskriminierung von Jugendlichen mit körperlichen Behinderungen oder über Gewalt in der Familie. Und in Viacha kämpfen die Jugendlichen mit dem Projekt Ch'ama Wayna (Fuerza Joven) für bessere Arbeitsbedingungen in ihrer Stadt.

Konkrete Projekte gegen Diskriminierung und Rassismus

All diesen Initiativen gemeinsam ist, dass sie nicht bei der Anklage der Missstände stehen bleiben. Sie machen konkrete Vorschläge, wie in ihren Gemeinden Lösungen gefunden werden können für eine demokratische und sozial gerechte Gesellschaft, in der Diskriminierung und Rassismus keinen Platz haben, sondern die Menschenrechte geachtet und die Anliegen der Jugendlichen ernst genommen werden.

Das Projekt wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), der Stiftung "alta mane", der "mariamarina Foundation" und der "Fédération Genevoise de Coopération" unterstützt.

Geschichte

Kino für Veränderungen

Die 22-jährige Daniela Arancibia Oroz und der 18-jährige Elmer Zúñiga zeigen mit Filmen ihre Realität und engagieren sich für Veränderungen.