Obwohl sich die Einschulungsrate in Burkina Faso in den letzten 15 Jahren beinahe auf 90% verdoppelt hat, schliessen  weniger als 60% aller Kinder die Primarschule ab. Solidar Suisse bietet Jugendlichen ohne Schulabschluss die Möglichkeit, ihre Grundbildung in Bildungszentren nachzuholen und danach eine Berufsbildung zu absolvieren.

Jedes Jahr werden zwischen 2‘000 und 3‘000 Jugendliche nach dem Modell von Solidar Suisse geschult. Die Jugendlichen hatten ihre Schulbildung zuvor frühzeitig abgebrochen. Viele dieser Kinder versuchten ihr Glück  in den Städten oder als Kinderarbeiter in den Goldminen. Die Ausbildung verschafft den Jugendlichen neue Perspektiven: So erhalten sie auch Zugang zu einer Berufsbildung. Die Ausbildungsgänge entsprechen den wirtschaftlichen Bedürfnissen in Burkina Faso: Landwirtschaft, Viehzucht, Klempnerei, Schneiderei oder auch Coiffeur.

Im Anschluss an die Berufsbildung organisiert Solidar Suisse Praktika und den ambitioniertesten TeilnehmerInnen stehen Coachings offen, um Mikrokredite für den Schritt in die Selbständigkeit zu erhalten.

Mit diesem Projekt ermöglicht Solidar Suisse zwischen 2017 und 2020 eine Grundbildung für über 600 Jugendliche. Für 100 junge Erwachsenen wird eine Berufsbildung sichergestellt.

Abzèta Koanda (23) aus Loumbila

«Als ich zehn Jahre alt war, verstarb mein Vater. Das Einkommen meiner Mutter reichte nicht mehr aus, um mich zur Schule zu schicken. Danach hatte ich während vier Jahren keine richtige Beschäftigung. Im Grundbildungszentrum von Solidar Suisse habe ich schliesslich doch noch meinen Schulabschluss gemacht. Jetzt bin ich im zweiten Jahr meiner Berufsausbildung zur Spenglerin. Das ist hier ein Männerberuf, aber ich überrasche meine Kollegen und unsere Kundschaft gerne mit meiner Kompetenz. Die Arbeit macht mir grossen Spass. Während den Schulferien habe ich in einem Praktikumsbetrieb das Gelernte angewendet. Später möchte ich mich selbständig machen.»

Ein eigenes Unternehmen