Asien bleibt trotz Coronavirus-Pandemie die Werkbank der Welt: Unsere Kleider, Spielzeuge, Elektronikgeräte aber auch Lebensmittel werden vielfach in asiatischen Ländern hergestellt. Aber zu welchem Preis? Häufig ruinieren Arbeiter*innen ihre Gesundheit, verdingen sich in Zwangsarbeit und haben keinerlei sozialen Schutz. Doch in manchem Betrieb regt sich Widerstand gegen die Ausbeutung. Solidar Suisse hilft asiatischen Arbeiter*innen mit Lobbyarbeit und Nothilfe.

Viele Produkte durchlaufen zahlreiche Produktionsschritte an den verschiedensten Orten dieser Welt, häufig auch in Asien. Die Verlagerung der Produktion und damit auch der Arbeitsplätze nach Asien beschleunigte sich mit der zunehmenden Globalisierung seit den 1990er Jahren. Neu ist, dass die asiatischen Herstellerfirmen für Markenprodukte immer häufiger von Investoren aus China kontrolliert sind, was kein gutes Omen ist für die Rechte der Angestellten. Auch um den Schutz der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz ist es in Asien weiterhin schlecht bestellt. Obwohl Gesetze zum Schutz der ArbeiterInnen in asiatischen Ländern vorhanden sind, fehlt es oft an der effektiven Umsetzung.

Wachsende Kapitalmobilität verlangt nach stärkerer Vernetzung

Wenn Arbeiter*innen in Asien auf die Missstände an ihren Arbeitsplätzen mit Protesten, Streiks oder politischen Vorstössen reagieren, drohen ihnen staatliche Repression oder die Investoren verlagern die Produktion einfach in ein anderes Land. Die wachsende Mobilität des Kapitals und die damit einhergehende wachsende Mobilität der Menschen erfordern neue Ansätze zum Schutz der Rechte der ArbeiterInnen. Eine gute Zusammenarbeit und Vernetzung der asiatischen NGOs und Gewerkschaften sowie grenzüberschreitende Lobby- und Aufklärungsarbeit wird immer wichtiger zur Durchsetzung von Arbeitsrechten und zur Verbesserung der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, insbesondere auch deshalb, weil unter dem Vorwand von COVID-19 die demokratischen Rechte in vielen Ländern Asiens immer weiter eingeschränkt werden.

Unsere Schwerpunktthemen mit der Partnerorganisation Asia Monitor Resource Center (AMRC)

- Untersuchung der Investitionen in Asien

Wie wirken sich die Investitionsströme in Asien auf die Arbeitnehmer*innen aus? Ein besonderes Augenmerk gilt den wachsenden grenzüberschreitenden Investitionstätigkeiten Chinas im Rahmen der Belt & Road Initiative.

- Vernetzung der asiatischen Basisorganisationen

Gemeinsam setzen wir uns für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf den Palmölplantagen ein. Insbesondere in Malaysia (Sabah, Sarawak) arbeiten sehr viele Arbeitsmigrant*innen aus Indonesien auf den Palmölplantagen. Diese sind meist ohne Papiere und daher leichte Opfer für Ausbeutung durch die Palmöl-Konzerne. Ein Ziel des Projekts ist es, den Arbeiter*innen den Zugang zu den lokalen Gewerkschaften zu erleichtern. AMRC führte 2019 im Auftrag von Solidar Suisse eine Untersuchung zu den Arbeitsbedingungen auf den Palmölplantagen in Sabah durch.

- Unterstützung im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Solidar Suisse unterstützt den Kampf von AMRC, um auch in Asien ein totales Verbot von Asbest durchzusetzen. Zu diesem Zweck werden die nationalen Stopp-Asbest-Kampagnen insbesondere in Südasien (Bangladesch, Indien, Pakistan, Sri Lanka) unterstützt und miteinander vernetzt und der Zugang zu Diagnosen für durch Asbest verursachte Krankheiten verbessert. Dadurch steigen die Chancen der Opfer, Kompensationen für ihre Leiden zu erhalten.

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