Die erste Fussball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden löste riesige Hoffnungen aus. Die südafrikanische Regierung und die Fifa taten alles, um diese Euphorie noch zu befördern. Von wirtschaftlichem Aufschwung, von neuem Glanz für Südafrika und, vor allem, von neuen Perspektiven und Jobs für die Menschen war die Rede. 

Solidar Suisse, damals noch unter dem Naman SAH, engagierte sich mit einer Petition an die Fifa und gemeinsam mit den Gewerkschaften für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und nachhaltige Fussball-Weltmeisterschaften. Trotz einiger Erfolge ist die Bilanz ernüchternd. 

Enttäuschte Hoffnungen
Trotz Wirtschaftswachstum sind in Südafrika seit Ende der Apartheid rund eine Million Arbeitsplätze verloren gegangen – mit der Finanz- und Wirtschaftskrise nochmals zusätzlich 800'000. 20 Millionen Menschen in Südafrika leben in Armut. Entsprechend gross waren die Hoffnungen in die Milliardeninvestitionen für die WM. Tatsächlich hat die Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika einen regelrechten Bauboom ausgelöst: Die Innenstädte wurden auf Hochglanz poliert. Doch diese Entwicklung brachte auch viele VerliererInnen hervor: Armenviertel wurden plattgewalzt, BauarbeiterInnen bauten zu Hungerlöhnen Stadien, StrassenhändlerInnen wurden vertrieben und ihrer Einkommensmöglichkeiten beraubt.

Bessere Löhne und Transportentschädigung für Stadion-ArbeiterInnen
Beim Bau der Stadien setzte sich Solidar Suisse gemeinsam mit den südafrikanischen Gewerkschaften dafür ein, dass die Löhne und die Arbeitssicherheit auf den Baustellen verbessert wurden. So erhielten die Arbeiter auf der Baustelle in Durban schliesslich 16 Rand pro Stunde (ca. Fr. 2.30) statt 12. Auch beim Bau des Stadions in Kapstadt führte unser Einsatz zum Erfolg: Die Arbeiterinnen und Arbeiter erhielten nach zähen Verhandlungen die dringend benötigte Transportentschädigung. Viele mussten bis dahin für die Anreise zur Baustelle rund ein Drittel ihres Lohns aufwenden.   
 
Petition an die Fifa
Gegen diese Ausbeutung an der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika sammelte Solidar Suisse mit einer Petition 13'715 Unterschriften und übermittelte diese am 8. Juni 2010 an die Fifa. Leider war die Fifa nicht bereit, die Petition offiziell entgegenzunehmen.

Studie zur WM in Südafrika
Zum Abschluss der WM in Südafrika gab Solidar Suisse eine Studie über die nachhaltige Wirkung der WM in Auftrag. Sie zeigt ein vernichtendes Bild: Falsche Schätzungen, übertriebene Hoffnungen, verpuffte Jobwirkung, noch mehr soziale Ungerechtigkeit. Eine Zusammenfassung dazu sowie die Studie selber befinden sich weiter unten.

Jetzt aktiv werden