Mittwoch, 27. Januar 2016
Iwan Schauwecker

40 Prozent der Pfannen in Schweizer Küchen stammen aus China. Ein Bericht von Solidar Suisse über chinesische Pfannenfabriken deckt miserable Arbeitsbedingungen auf. Auch Schweizer Hersteller und Händler verkaufen Pfannen, die unter solch unwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Solidar Suisse fordert Hersteller und Händler auf, die Missstände zu beseitigen.

Der investigative Report in fünf grossen chinesischen Pfannenfabriken förderte 27 gravierende Missstände zu Tage, von denen der überwiegende Teil nicht nur gegen internationale Standards, sondern auch gegen chinesisches Recht verstösst. Dazu gehören:

  • Gesundheitsgefährdung der ArbeiterInnen durch ungenügende Schutzbekleidung und mangelnden Brandschutz
  • Akkordlöhne, welche nicht einmal den Mindestlohn, geschweige denn einen existenzsichernden Lohn garantieren
  • Exzessiv lange Arbeitstage von bis zu 12 Stunden, sieben Tage die Woche während produktionsintensiven Zeiten.

Verkauft werden diese Pfannen auch in der Schweiz. Die betroffenen Händler und Hersteller wurden von Solidar Suisse im Vorfeld der Kampagne mit dem Bericht konfrontiert. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus. Vorsichtig positiv bewerten wir die Gespräche mit Migros und Coop. Die Detailhändler haben Beseitigung der Missstände versprochen und steigen in einen Dialog mit Solidar Suisse ein. Auch der BSCI ist an diesen Gesprächen beteiligt.

Kuhn Rikon und WMF verstecken sich in ihren schriftlichen Stellungnahmen hinter der BSCI-Auditierung der Fabriken, trotz Nichtmitgliedschaft beim BSCI. Manor sieht sich als Händler nicht in der Pflicht und drückt sich vor der Verantwortung. Ikea sucht, nach längerem Schweigen, kurz vor Kampagnenstart das Gespräch mit Solidar Suisse. Nur der Grossproduzent Greenpan schweigt sich bisher ganz aus.

Solidar Suisse verurteilt diese Haltung. „Die Unternehmen müssen die Verantwortung für ihre Produkte wahrnehmen und dafür sorgen, dass sie unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden“, sagt Simone Wasmann. „Die Erfahrung zeigt ausserdem: Es reicht nicht, einfach Forderungen an die Fabriken zu stellen – die Unternehmen müssen sich vielmehr aktiv an Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Fabriken beteiligen.“ 

 
Weitere Informationen:

Simone Wasmann, Kampagnenverantwortliche Solidar Suisse, 078 678 56 68
www.solidar.ch/faire-pfannen