12 Jan 21

Seit etwas mehr als einem Monat lebt Beat von Däniken in Chimoio, der Hauptstadt der Provinz Manica im Zentrum von Moçambique. Als Regionalkoordinator leitet er die Aktivitäten von Solidar Suisse für das südliche Afrika. Ein persönlicher Bericht über seine ersten Wochen vor Ort.

Gleich zu Beginn meiner Tätigkeit in Moçambique war unser Team stark gefordert: Am 28. Dezember 2020 kündigte der meteorologische Dienst von Moçambique einen möglichen Zyklon an, der die zentrale Region des Landes treffen könnte. Da wurden schlechte Erinnerungen wach. Im Jahr 2019 verursachte der Zyklon Idai mehr als 1000 Todesopfer und riesige Schäden in Moçambique. Seither leistet Solidar Suisse Hilfe für die stark betroffene Bevölkerung in den Bezirken Buzi und Sussundenga, südlich von Chimoio.

Zum Glück hatte der Zyklon Ende 2020 nicht die Stärke von Idai. Doch auch dieser etwas schwächerer Tropensturm zerstörte Hunderte von Häusern, überflutete Tieflandgebiete und beeinträchtigte die Ernten armer Familien. Wie bei jeder Naturkatastrophe sind die ärmsten Familien am meisten gefährdet. Dazu gehören auch Familien, die durch den bewaffneten Konflikt im Zentrum des Landes vertrieben wurden. Sie leben auf Grundstücken, die von einigen Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Ihre Häuser wurden durch den Tropensturm ganz oder teilweise zerstört. Selten habe ich eine so erschütternde Situation gesehen: Frauen und Kinder leiden besonders stark.

Trinkwasser, Hygieneartikel und Schutz für die ärmsten Familien

Solidar Suisse hat für diese Familien, die zum Teil in Schulen in der Gemeinde Gondola, etwa 30 Kilometer von Chimoio entfernt leben, Soforthilfe geleistet. Gemeinsam mit den lokalen Behörden organisierte Solidar Suisse den Zugang zu Trinkwasser, Hygieneartikeln und Schutzmassnahmen für die ärmsten Familien. Wir haben das gesamte Team in dieser Zeit zum Jahresende mobilisiert. Einige mussten ihren Urlaub unterbrechen. Eine erste Notverteilung von Chlor, das mit Hilfe von Geräten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) der DEZA hergestellt wurde, dient dazu, das Trinkwasser zu desinfizieren und so Fälle von Durchfallerkrankungen und Infektionskrankheiten wie Cholera zu verhindern.

Stärkung der Zivilgesellschaft zur Katastrophenprävention

Solidar Suisse arbeitet mit staatlichen und nichtstaatlichen Partnern vor Ort zusammen. Das Programm zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen und deren Beteiligung am kommunalen Management ist wichtig, um effektive Präventionsmassnahmen zu gewährleisten. Moçambique war auf den Sturm besser vorbereitet als im Jahr 2019. Behörden auf allen Ebenen hatten Krisenzellen eingerichtet. Der Präsident Filipe Nyusi warnte in den Medien vor den Gefahren und rief die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen. Schulen und Gemeindezentren wurden geöffnet, um die Bevölkerung unterzubringen.

Armut als Hauptrisiko

Katastrophenmanagement erfordert die Arbeit aller Komponenten der internationalen Zusammenarbeit. Es gibt ein Sprichwort: "Nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe". Die Verhinderung von Tod und Schäden erfordert eine langfristige Vorarbeit mit Entwicklungspartnern. Die humanitäre Hilfe wird dann eingesetzt, wenn die normalen Strukturen eines Landes die Krise oder Katastrophe nicht mehr bewältigen kann. In Moçambique ist leider die Armut immer noch das Hauptrisiko für die meisten Menschen. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort arbeiten wir daran, dieses Risiko zu reduzieren.

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