10 Nov 20

Der im Jahr 2019 veröffentlichte Report über Kinderarbeit auf Baumwollfeldern in Burkina Faso war in den letzten Wochen Gegenstand von Debatten in den Medien. Dabei kam es auch zu wiederholten Anschuldigungen gegen Solidar Suisse. Die politisch motivierten Angriffe müssen im Kontext des Abstimmungskampfes zur Konzernverantwortungsinitiative gelesen werden.

2019 publizierte Solidar Suisse einen ausführlichen Bericht über Kinderarbeit auf Baumwollfeldern in Burkina und die Rolle von Schweizer Baumwollhändlern. Mit derartigen Recherchen leisten wir Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit in der Schweiz. Der Report wurde daher von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) mitfinanziert. Im Report wurde auch auf die Konzernverantwortungsinitiative hingewiesen. Dies entspricht jedoch nicht den Vorgaben der DEZA, wonach in der Schweiz keinerlei politisches Lobbying mit DEZA-Geldern betrieben werden darf. Solidar Suisse bedauert diese redaktionelle Fehleinschätzung und hat der DEZA daher den Finanzierungsbeitrag in der Höhe von 24‘000 Franken zurückerstattet. Alle Kampagnenaktivitäten im Hinblick auf die Abstimmung finanziert Solidar Suisse mit Eigenmitteln.

Solidar Suisse zeigt mit dem Report schwerwiegende Probleme auf

In verschiedenen Reaktionen auf unsere Recherche wird Kinderarbeit verharmlost und als integraler Bestandteil des Wirtschaftslebens von Burkina Faso dargestellt. Solidar Suisse wird vorgeworfen, dass wir das Problem der Kinderarbeit überzeichnen würden. Doch die offiziellen Zahlen zu Kinderarbeit stützen die Aussagen in unserer Recherche: Gemäss der internationalen Arbeitsorganisation ILO arbeiten in Afrika 72 Millionen Kinder. Über 30 Millionen dieser Kinder verrichten ihre Arbeit unter gefährlichen Umständen. So auch die 250‘000 Kinder, die in Burkina Faso auf den Bauwollfeldern arbeiten müssen. Die Tatsache, dass gefährliche und gesundheitsschädigende Kinderarbeit in den Baumwollfeldern Burkina Fasos ein Problem ist, wurde auch von den Schweizer Baumwollhändlern Reinhart AG und Louis Dreyfus SA anerkannt.

Politische Kampagne gegen Solidar Suisse

Ein Dokument mit dem Titel "Rapport de Solidar, réalité ou mensonge“ wurde verschiedenen Schweizer Medien zugespielt. Isabelle Chevalley (GLP Nationalrätin, VD) hat bestätigt, dass sie die Spesen des Journalisten Sidibe Saidou, der das Dokument verfasst hat, bezahlt habe. Isabelle Chevalley ist zugleich eine der aktivsten Personen im Abstimmungskampf gegen die Konzernverantwortungsinitiative. Die Aussagen im Dokument, wonach wir den Menschen vor Ort direkte Hilfe versprochen hätten und sie nicht über den Verwendungszweck der Fotos informiert hätten, sind unwahr.

Solidar Suisse wird sich in Ländern wie Burkina Faso, Pakistan und Kambodscha trotz Widerständen weiter für die Verbesserung der Lebensbedingungen von armen Familien und ihren arbeitenden Kindern einsetzen.

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