7 Okt 19
Iwan Schauwecker

Hunderttausende von Menschen demonstrierten am vergangenen Freitag in Boliviens grösster Stadt Santa Cruz. Die Demo forderte von der Regierung, die anhaltenden Waldbrände in Chiquitana zum nationalen Notstand zu erklären. Umfragen im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen vom 20. Oktober deuten darauf hin, dass es zu einer Stichwahl zwischen Evo Morales und seinem Hauptkonkurrenten Carlos Mesa kommen könnte.

Seit Wochen fordern OppositionskandidatInnen und DemonstrantInnen Evo Morales auf, die Waldbrände, welche in Bolivien dieses Jahr bereits ein Gebiet von der ungefähren Fläche der Schweiz zerstört haben, zum nationalen Notstand zu erklären und damit internationale Hilfe zu erleichtern. Die Regierung wollte bisher keinen Notstand ausrufen, weil sie eine verstärkte ausländische Einmischung in innere Angelegenheiten befürchtet.

Morales und die Machtfrage

Die Grossdemos sind auch Teil des Wahlkampfs. Evo Morales, der erste indigene und sozialistische Präsident Boliviens, ist seit dem Jahr 2006 an der Macht. Nach den Wahlen vom 20. Oktober könnte ein zweiter Wahlgang notwendig sein, wo Morales voraussichtlich gegen den ehemaligen Präsidenten Carlos Mesa antreten müsste.

Präventionsmassnahmen mit Unterstützung der DEZA

Solidar Suisse hat in den Waldbrandgebieten unterdessen ein Präventionsprogramm mit Unterstützung der DEZA gestartet. In Radiospots wird die Bevölkerung auf den Wert der Wälder und die Gefahren durch die Brandrodungen hingewiesen.

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