24 Jun 19

Die Digitalisierung eröffnet Solidar Suisse in der Projektarbeit neue Möglichkeiten. Zum Beispiel beim Schutz der Menschen vor Katastrophen.

San Vicente, etwa 60 Kilometer von der salvadorianischen Hauptstadt San Salvador entfernt, liegt in der Nähe eines Vulkans. Und das bedeutet Risiko. Deshalb hat Solidar Suisse hier ein Katastrophen-Frühwarnsystem aufgebaut. In einem eigens dafür gegründeten Umweltforschungszentrum werden Daten der lokalen Beobachtungs- und Wetterstationen in eine Datenbank eingespiesen und mit einer spezialisierten Software ausgewertet. Diese zentrale Auswertung ermöglicht es, Gemeinden und Zivilschutz über drohende Katastrophen zu informieren – schnell und gezielt per Funk, WhatsApp und Facebook.

Frühwarnung per Facebook-Gruppe

Die Gemeinden und lokalen Wetterstationen erhalten die Informationen in Echtzeit. «So können wir zusammen Entscheidungen treffen, damit bei Naturkatstrophen keine Menschen sterben. Wir informieren die Menschen, persönlich, über lokale Radiostationen und Social Media», erzählt Carlos Zuniga von der lokalen Beobachtungsstation. «Die vom Zivilschutz verwaltete Facebook-Gruppe mit allen AkteurInnen erlaubt eine äusserst effektive Frühwarnung.» Die aktualisierten lokalen Daten gibt Zuniga laufend ans Umweltforschungszentrum weiter. Deren Analyse macht das Ereignis exakt nachvollziehbar, um daraus zu lernen. Das Frühwarnsystem hat sich bewährt. Im vergangenen Oktober brach ein Sturm mit sintflutartigem Regen über die Region herein. «Dank der Informationen des Forschungszentrums konnten wir rechtzeitig Alarm schlagen und die Bevölkerung zu evakuieren, bevor ihre Häuser überschwemmt waren. So wurde niemand verletzt», meint Carlos Zuniga mit einem zufriedenen Lächeln.

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