17 Mai 19
Iwan Schauwecker

Solidar Suisse führt in Burkina Faso mit Unterstützung der EU neu ein Projekt zur Prävention von gewalttätigem Extremismus durch. Dabei wird die langjährige Erfahrungvon Solidar im Bereich der Gemeindeentwicklung und des BürgerInnendialogs genutzt. In Burkina Faso hat sich die Sicherheitslage in den letzten Monaten weiter verschlechtert. Auch der UN-Sicherheitsrat äusserte gestern in einer Erklärung seine Besorgnis über die Entwicklungen in der Sahelregion.

Das neue Projekt im Norden von Burkina Faso wird mit der lokalen und überkonfessionellen Partnerorganisation „Union Fraternelle des Croyants“ (UFC) durchgeführt. Die EU finanziert das Projekt mit einer voraussichtlichen Laufzeit von zweieinhalb Jahren. Ziel ist die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die BürgerInnenbeteiligung für eine friedliche Entwicklung im Grenzgebiet zu Mali und Niger. Solidar Suisse fördert im Rahmen des Projekts eine Kultur des Dialogs und der Toleranz zwischen den verschiedenen Gemeinschaften sowie die berufliche Integration von jungen Menschen, die besonders anfällig für gewalttätigem Extremismus sind. Zudem wird mit Projekt der interkommunale und interreligiöse Dialog gefördert.

Militärische und zivile Mittel in der Sahelregion

Die Sahelregion ist seit dem Zusammenbruch des Gaddafi-Regimes in Libyen vermehrt Ziel von gewalttätigen Extremisten geworden. 2016 kamen bei Attentaten in der Hauptstadt von Burkina Faso 28 Menschen ums Leben. Seither wächst die Angst vor bewaffneten Konflikten. Burkina Faso, Niger, Tschad, Mauretanien und Mali haben sich in einem militärischen Verbund zur G5-Sahel-Truppe zusammengeschlossen. Die Truppe wird von der EU, insbesondere Frankreich und Deutschland  finanziell und militärisch unterstützt. Auch Saudi-Arabien ist mit 150 Millionen Dollar involviert. Mit der „Allianz für den Sahel“ will die EU aber auch im zivilen Bereich – insbesondere mit Entwicklungszusammenarbeit – zu mehr Sicherheit beitragen.

UN-Sicherheitsrat zum Handeln aufgefordert

Die Regierung von Burkina Faso fordert nun eine weitere Verstärkung des militärischen Engagements. Alpha Barry, der Aussenminister von Burkina Faso, appellierte gestern an den UN-Sicherheitsrat und forderte eine „internationale Koalition zur Bekämpfung des Terrorismus“.

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