8 Mai 19
Lionel Frei

Unter dem Motto "Clean Planet, Healthy People: Sound Management of Chemicals and Waste" findet zurzeit die 9. Konferenz zur Rotterdamer Konvention in Genf statt. Die Herausforderungen sind vielfältig und von grosser Tragweite – insbesondere auch für ArbeiterInnen im globalen Süden, wo Asbest nach wie vor eingesetzt wird. Solidar Suisse lobbyiert in Genf zusammen mit AktivistInnen für ein weltweites Verbot von Weissasbest. Einige Staaten verhindern dieses jedoch nach wie vor.

100 Millionen Tonnen Kunststoff in unseren Meeren, 50 Millionen Tonnen Elektroschrott pro Jahr und der wachsenden Einsatz von gesundheits- und umweltschädlichen Pestiziden in der Landwirtschaft: Es sind riesige Problemfelder, die in diesen Tagen im Rahmen der UNO-Konferenz über Chemikalien und Abfall in Genf verhandelt werden. Auch über Asbest, eine der wichtigsten Ursachen für berufsbedingte Krankheiten, wird an der Konferenz gestritten.

Briefe verteilen, Proteste organisieren

Solidar Suisse setzt sich für ein weltweites Verbot von Weissasbest ein. Zusammen mit unseren PartnerInnen haben wir den Delegierten an der Konferenz einen Brief verteilt und sie aufgefordert, Weissasbest in die Liste der gefährlichen Substanzen aufzunehmen. Mit einer Demonstration in Anwesenheit von Asbestopfern auf der Place des Nations in Genf machte Solidar Suisse gemeinsam mit anderen AktivistInnen auf das grosse Gesundheitsproblem aufmerksam.

Schweizer Delegation engagiert im Kampf gegen Asbest

Dennoch lehnen einige wenige Produktionsländer, angeführt von Russland, das Asbestverbot aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin ab. So sagte uns ein russischer Delegierter, dass "Asbest ein Muss" sei. Auch Delegierte aus anderen Ländern setzen sich nicht aktiv für ein Asbestverbot ein. Eine positive Ausnahme macht die Schweiz: Auf Verlangen der Schweizer Delegation wurde heute per Mehrheitsentscheid beschlossen, einen neuen Compliance-Mechanismus einzuführen. Dieser hat das Potenzial, die Listung besonders gefährlicher Substanzen in Zukunft per Mehrheitsentscheid durchzusetzen statt wie bis anhin einstimmig. So könnte Weissasbest endlich doch noch in die Liste aufgenommen werden.

Share buttons Header Image