29 Apr 19
Lionel Frei

Jedes Jahr sterben über 220‘000 Menschen an den Folgen von Asbest. Dennoch wird der gefährliche Baustoff in vielen Ländern ausserhalb Europas weiterhin verwendet, auch weil LobbyistInnen eine weltweites Verbot verhindern. In Partnerschaft mit der Gewerkschaft Unia und einem globalen Netzwerk von AktivistInnen fordert Solidar Suisse die Staaten und insbesondere Russland auf, den Handel mit Asbest zu beenden.

Die Verwendung von Asbest ist in der Schweiz seit dem Jahr 1989 weitgehend verboten. Doch die Langzeitschäden wirken bis heute nach. Der krebserregende Baustoff tötet in der Schweiz nach wie vor etwa 120 Menschen pro Jahr, vor allem ehemalige BauarbeiterInnen, die vor Jahrzehnten Asbest ausgesetzt waren.

Verwendung von Asbest in Entwicklungsländern

Trotz dieser sehr negativen Erfahrungen wird der Baustoff in vielen Ländern ausserhalb Europas, insbesondere in Südostasien, weiterhin in grossem Umfang verwendet und gefährdet die Gesundheit von Millionen von Menschen. Weltweit sterben heute mehr als 220‘000 Menschen an asbestbedingten Krankheiten. Diese Zahl dürfte in den kommenden Jahrzehnten noch stark ansteigen, da die Folgeschäden von Asbest oft erst Jahre oder Jahrzehnte später bemerkt werden.

Russische Lobbyarbeit gegen das Asbestverbot

Vom 29. April bis 10. Mai 2019 findet in Genf die 9. Konferenz der Vertragsparteien des Rotterdamer Übereinkommens (COP Rotterdam) statt. Das COP Rotterdam hat eine starke Einschränkung des internationalen Handels mit gefährlichen Chemikalien erreicht. Russland, der weltweit grösste Asbesthersteller, lehnt eine Aufnahme von Asbest in die Liste der gefährlichen Chemikalien jedoch ab. Da das Listing im Konsens beschlossen werden muss, blockiert die russische Opposition seit mehreren Jahren jede Möglichkeit, den Handel mit Asbest zu begrenzen. Eine Position, die zu einer echten Gesundheitskatastrophe in der Welt führt.

Vorführung des Dokumentarfilms „Breathless“ in Genf

Anlässlich der Konferenz lädt Solidar Suisse zur Vorführung des Films „Breathless“ ein. Der Film zeigt anhand einer persönlichen Geschichte die gravierenden Auswirkungen von Asbest.

Montag, 6. Mai, 18.30 Uhr, Les cinémas du Grütli, rue du Général-Dufour 16, Genf. Im Anschluss an den Film findet eine Debatte in Anwesenheit eines Asbestopfers und von AktivistInnen statt.

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