5 Apr 19
Iwan Schauwecker

Nadine Weber ist kurz nach dem Durchzug von Zyklon „Idai“ nach Moçambique gereist, um die Nothilfe von Solidar Suisse in die Wege zu leiten. Im Interview erzählt sie von ihren Eindrücken und von der schwierigen Situation der Menschen, die durch die Überschwemmungen ihr Haus und Land verloren haben.

 

Du bist seit 10 Tagen für Solidar Suisse in Moçambique: Warst Du vom Ausmass der Katastrophe überrascht?

Ich wusste bereits bei meiner Ankunft in Moçambique, dass es sich um eine grosse Katastrophe handelt. Doch als ich die Dimension der überfluteten Fläche aus dem Flugzeug sah, war ich überwältigt und geschockt. Die ganzen Schäden wurden dann richtig sichtbar, als das Wasser nach einigen Tagen wieder zu sinken begann.

Wo hast Du den dringendsten Handlungsbedarf gesehen?

Für viele Familien war es wichtig, überhaupt einen sicheren Ort für die Übernachtung zu finden. Häufig wurden Schulen zu Notcamps umfunktioniert. Und es brauchte dringend Trinkwasser und Hygienemassnahmen zur Prävention von Seuchen. Es sind inzwischen auch bereits über 1000 Fälle von Cholera bekannt. Die WHO und das Gesundheitsministerium haben zur Prävention von Seuchen auch eine grosse Impfaktion gestartet.

Und was tut Solidar Suisse in dieser schwierigen Situation?

Gemeinsam mit einem Team der DEZA hat Solidar Suisse die Trinkwasserversorgung in einem temporären Camp, wo die geflüchteten Menschen in Zelten übernachten, aufgebaut. Weiter haben wir bestehende Brunnen repariert und vom Schlamm gereinigt.

Wird dir etwas in besonderer Erinnerung bleiben?

In der Dombe Region haben wir eine Siedlung besucht, welche noch vor wenigen Tagen ganz unter Wasser stand. Alles war von Schlamm bedeckt und der Wasserstand war noch an den Bäumen sichtbar. Trotz der massiven Zerstörung waren die Leute mit Reparaturen beschäftigt, das Leben kehrt zurück.

Wie geht nun die Hilfe von Solidar Suisse weiter?

Unser lokales Büro in Chimoio (Zentralmoçambique) wird weiteren Support von Spezialisten für humanitäre Hilfe erhalten. Neben dem Aufbau der Trinkwasserversorgung planen wir jetzt auch die Verteilung von Saatgut, denn ein Grossteil der Ernte wurde durch die Fluten zerstört.

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