8 Mär 19
Eva Geel

Texaid sorgte in den letzten Tagen für Schlagzeilen. Solidar Suisse ist gemeinsam mit fünf weiteren Zewo-zertifizierten Schweizer Entwicklungsorganisationen zur Hälfte an Texaid beteiligt. Die kritische Berichterstattung zeigt, dass in der Bevölkerung ein erhöhter Informationsbedarf in Bezug auf das Altkleidergeschäft und das Unternehmensmodell von Texaid besteht. Deshalb ist es Solidar Suisse ein Anliegen, ebenfalls in dieser Sache zu informieren .

Kleidersammeln hat Tradition in der Schweiz. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, werden die von Texaid gesammelten Kleidungsstücke aber nicht als Spenden direkt an Bedürftige weitergegeben, sondern zentral verkauft und weiterverarbeitet. Mit der Sammlung, der Sortierung und Verwertung von Altkleidern werden gebrauchte Kleider, Schuhe und Haushaltstextilien einem zweites Lebenszyklus zugeführt. So werden wertvolle Ressourcen geschont und die Umweltbelastung deutlich reduziert. Gebrauchte Textilien werden heute als Wertstoff betrachtet, der wie andere Wertstoffe (z.B. Aluminium, Glas, PET) rezykliert werden soll.

Beteiligung von Solidar Suisse an Texaid

Solidar Suisse gehört zu den insgesamt sechs Entwicklungsorganisationen, die zur Hälfte an der Firma Texaid beteiligt sind. Als Aktionärin von Texaid setzt sich Solidar dafür ein, dass bei der Verwertung und dem Export von gebrauchten Textilien soziale, ökologische und entwicklungspolitische Kriterien beachtet werden. Zudem sind die Entwicklungsorganisationen an den Erträgen von Texaid beteiligt. Die Sammlung, der Verkauf und die Verwertung der Altkleider dienen so zu einem gewichtigen Anteil karitativen Zwecken. Seitdem mit Kleidern keine direkte Unterstützung an Bedürftige mehr geleistet wird, nutzt Solidar Suisse die finanziellen Erträge von Texaid für die soziale und humanitäre Arbeit in den Entwicklungsländern. Gleichwohl ist die Firma Texaid kein Hilfswerk, sondern ein gewinnorientiertes privatrechtliches Unternehmen mit entsprechenden Strukturen und Verantwortlichkeiten.

Mehr Transparenz

In den letzten Tagen geriet Texaid wegen eines privaten Bauvorhabens des Geschäftsführers in die Schlagzeilen. Kritisiert wurde zudem die mangelnde Transparenz von Texaid und der Lohn des CEO. Texaid hat nun mit der Kommunikation der wichtigsten Geschäftszahlen für Transparenz gesorgt. Zudem wird die Firma in Zukunft einen ausführlicheren Geschäftsbericht publizieren. Solidar Suisse begrüsst diesen Entscheid.

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