7 Dez 18
Iwan Schauwecker

Der Bierkonzern Heineken verklagt in Südafrika das Casual Workers Advice Office (CWAO). Die Partnerorganisation von Solidar Suisse unterstützt die Heineken-ArbeiterInnen, welche seit zwei Wochen streiken.

Heineken hat im vergangenen Geschäftsjahr 1,61 Milliarden Dollar Gewinn gemacht. Zugleich weigert sich der Konzern, ArbeiterInnen in Südafrika regulär anzustellen. Der neuste Akt des Konzerns: CWAO wird wegen eines Streiks verklagt.  

Hintergründe des Streiks

Die Heineken South Africa Brauerei beschäftigte eine Mehrheit der ArbeiterInnen via Arbeitsvermittler (Labour Broker). Bis vor kurzem verdienten diese „TemporärbeiterInnen“ nur 24 Rand (CHF 1.70) pro Stunde. Eine im Jahr 2015 eingeführte Gesetzgebung sollte erwirken, dass Hunderte ArbeiterInnen zu Festangestellten mit den gleichen Löhnen wie die anderen regulär Angestellten von Heineken gemacht würden. Aber der niederländische Konzern wollte dies nicht. Die Firma behauptete, sie kenne die Arbeitnehmer nicht, obwohl diese seit Jahren in der Fabrik arbeiteten. ArbeiterInnen, die sich für ihre Rechte einsetzten, wurden bestraft: In den letzten Monaten wurden zwei Arbeiter wegen ihres Aktivismus entlassen und viele weitere suspendiert.

Streikverbot und Eskalation

Die ArbeiterInnen hatten alle gesetzlichen Verpflichtungen für einen Streik erfüllt. Aber Heineken und der Arbeitsvermittler Imperial gingen zum Arbeitsgericht, um die Streiks verbieten zu lassen. Das Gericht hat den ArbeitnehmerInnen daraufhin das Streikrecht entzogen. Vor zwei Wochen beschlossen die ArbeiterInnen, dennoch in einen wilden Streik zu treten. Vor einer Woche zog ein Demonstratitionszug zum südafrikanischen Handelsministerium mit der Forderung, dass Heineken wegen schwerer Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen die Lizenz entzogen werden soll. Die letzte Reaktion von Heineken war nun die Klage gegen verschiedene südafrikanische Organisationen, welche die Streikenden unterstützen.

Solidar Suisse ist von dieser Klage nicht betroffen und wird CWAO auch nächstes Jahr zur Seite stehen und gegen die Ausbeutung von TemporärarbeiterInnen kämpfen.

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