22 Nov 18
Iwan Schauwecker

Neue Kleider: Bedürfnis, Wunsch oder Zwang? An dieser Stelle ein paar Zahlen zu unseren Outfits und zu den Konsequenzen von Fast Shopping.

Heute wirft ein Mitteleuropäer im Durchschnitt mehr als zehn Kilo Kleidung pro Jahr weg - ein US-Amerikaner mehr als dreissig Kilo. Niedrige Preise und schlechte Qualität führen gerade bei Kleidern zu einer Kultur des Einweg- und Dauerkaufs: Fast Shopping.

Die KonsumentInnen in der Filterblase

Möglich werden die Schnäppchen durch extrem tiefe Rohstoffpreise, Dumpinglöhne, vernachlässigbare Transportkosten sowie die Auslagerung der Arbeit in asiatische Tieflohnländer. Die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken werden von vielen KonsumentInnen in Europa kaum wahrgenommen.

Textilien verursachen CO2-Emissionen und gefährliche Verschmutzungen

Kleidung ist auch ein wesentlicher Faktor für Umweltverschmutzung: Baumwollpflanzen nutzen landwirtschaftliche Flächen und Wasser. Die Gewebeproduktion, Kleiderherstellung, der Transport und der Verkauf benötigen ebenfalls sehr energieintensive Infrastrukturen. Die Textilindustrie ist heute für den Ausstoss von 1,2 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich. Das sind mehr Emissionen, als aus dem gesamten internationalen Flugverkehr und der globalen Handelsschifffahrt kombiniert entstehen. Textilien tragen damit einen massgeblichen Teil zur globalen Erwärmung und zur materiellen Verschmutzung unseres Planeten bei. Und weniger als ein Prozent der Kleidung wird derzeit recycelt. In diesem Sinne: Happy Black Friday!

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