5 Sep 18
Iwan Schauwecker

Mit dem gestern veröffentlichten Arbeitsgesetz macht Qatar einen weiteren Schritt zur Beendigung der Zwangsarbeit. ArbeitsmigrantInnen müssen in Zukunft nicht mehr die Erlaubnis ihres Arbeitgebers einholen, um das Land zu verlassen. Auch die ArbeiterInnen, welche die Stadien und die Infrastruktur für die WM 2022 bauen, gewinnen damit ein Stück Freiheit.

Schätzungsweise 1,5 Millionen ArbeitsmigrantInnen werden nun die Freiheit haben, Qatar ohne die Erlaubnis ihres Arbeitgebers zu verlassen. Damit wird das Kafala-System und die moderne Sklaverei in Qatar auf der Stufe der Arbeitsgesetzgebung abgeschafft. Qatar muss jedoch noch das Gesetz für Hausangestellte ändern, damit diese die gleichen Rechte wie alle anderen ArbeitnehmerInnen erhalten.

Internationale Arbeitsorganisation (ILO) wertet Arbeitsgesetz als Erfolg

Die ILO arbeitet mit dem Staat Qatar im Rahmen eines dreijährigen Programms über Arbeitsbedingungen und Arbeitsrechte für MigrantInnen zusammen. "Die ILO begrüsst den Erlass des neuen Arbeitsgesetzes, das direkte und positive Auswirkungen auf das Leben der WanderarbeitInnen in Qatar haben wird“ sagte Houtan Homayounpour, der Leiter des seit April existierenden ILO-Büros in Qatar.

Weitere Versprechen der Regierung wie etwa ein landesweiter Mindestlohn und ein Beschwerdemechanismus für ArbeiterInnen wurden mit dem neuen Gesetz allerdings noch nicht umgesetzt.

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Hintergrund

WM 2022 in Qatar

Um die Infrastruktur für die teuerste Fussball-WM aller Zeiten zu errichten, arbeiten in Qatar über 250'000 ArbeitsmigrantInnen aus Südostasien.