24 Aug 18

Ein Arbeitskonflikt beim Unternehmen Jasic Technology, einem Produzenten für Schweissgeräte im chinesischen "Sillicon Valley" Shenzen, hat zur Verschleppung einer Aktivistin geführt und Studentenproteste im ganzen Land ausgelöst. Heute morgen wurden weitere 50 AktivistInnen von der Polizei verhaftet.

Der Arbeitskonflikt begann Ende Juli: ArbeiterInnen der Firma Jasic Technology protestierten dagegen, dass sie keine unabhängige Gewerkschaft bilden dürfen. Die Proteste führten dazu, dass sieben ArbeiterInnen entlassen und 30 vorübergehend festgenommen wurden. Nach weiteren Protesten wurde Shen Mengyu, eine bekannte Arbeitsrechtsaktivistin, die sich besonders für die protestierenden Jasic-ArbeiterInnen stark gemacht hatte, am 11. August verschleppt. Sie ist seither verschollen. 50 weitere AktivistInnen, die sich mit Mengyu und den ArbeiterInnen von Jasic solidarisierten, wurden heute bei Tagesanbruch verhaftet.

Wachsende Frustration über soziale Ungleichheit in China

Neben der polizeilichen Repression haben auch die chinesische Zensurstellen scharf reagiert und diverse Chat-Foren geschlossen und Internet-Suchen über den Arbeitskonflikt blockiert. Dass der Konflikt bei Jasic trotz Zensur so hohe Wellen in China auslöst, ist ein Anzeichen für die wachsende Frustration über die immer grösser werdende Kluft zwischen Arm und Reich und über das Unvermögen der kommunistischen Partei und der offiziellen staatlichen Gewerkschaft, Antworten auf die bestehenden Missstände zu finden. Nach Angaben von ehemaligen ArbeiterInnen von Jasic sind die Arbeitsbedingungen dort sehr schlecht. Bisweilen müssen die ArbeiterInnen einen ganzen Monat lang durcharbeiten und sie werden ständig überwacht, sogar wenn sie zur Toilette gehen.

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