28 Mai 18
Iwan Schauwecker

Diese Woche treffen sich in Genf über 4000 Delegierte zur 107. Konferenz der internationalen Arbeitsorganisation (ILO). ArbeitnehmerInnen, ArbeitgeberInnen und die Mitgliedsstaaten definieren im Rahmen der ILO die globalen Rahmenbedingungen für faire Arbeit. An dieser Stelle ein kurzer Überblick über die wichtigsten Errungenschaften der ILO und ihre Probleme.

Die ILO-Kernarbeitsnormen verbieten Zwangsarbeit und Kinderarbeit, garantieren das Recht Gewerkschaften zu bilden, fordern Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern und untersagen jegliche Form von Diskriminierung. Diese Kernkonventionen wurden von der ILO als grundlegende und für alle Mitglieder verpflichtende Standards deklariert, selbst wenn sie diese nicht ratifiziert haben. Die Schweiz hat alle acht Konventionen unterzeichnet und ist damit die völkerrechtliche Verpflichtung eingegangen, die Normen in nationales Recht umzusetzen.

Die Probleme der ILO

Die tripartite Präsenz von ArbeitgeberInnen, ArbeitnehmerInnen und den Staaten führt zu einer umfassenden Beteiligung, aber auch zu grosser Schwerfälligkeit der Organisation und des Regelwerks. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Konferenz werden zwar Verfehlungen durch Staaten und Konzerne diskutiert, aber es gibt keine effektiven Sanktionsmechanismen. So ist der Vorwurf, dass die ILO ein zahnloser Tiger sei, nicht unbegründet. Ein Vertreter der ILO meinte dazu: "Vielleicht sind wir ein zahnloser Tiger, aber wir sind immerhin ein Tiger." Solange dem Tiger die Zähne fehlen, bleibt immer noch das Brüllen: Für die weltweite Verbesserung der Arbeitsbedingungen bleibt die ILO unerlässlich.

ILO-Konferenz 2018

Ein wichtiges Thema der diesjährigen Konferenz ist der Kampf gegen Gewalt und sexuelle Belästigung bei der Arbeit. Solidar Suisse wird mit TeilnehmerInnen Interviews führen und über die Konferenz berichten.

Kernkonventionen

Share buttons Header Image

Hintergrund