22 Feb 18
Iwan Schauwecker

Im jüngsten Report des World Justice Project landet Kambodscha auf dem zweitletzten Platz von insgesamt 130 untersuchten Ländern. In den letzten Monaten wurde die wichtigste Oppositionspartei verboten, unabhängige Medien aufgelöst und politische AktivistInnen ins Gefängnis gesteckt. Auch die Arbeit der Solidar-Partnerorganisation CENTRAL wird durch die Regierung erschwert.

2017 hat sich die Situation punkto Einhaltung der Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit in zahlreichen Ländern verschlechtert. Doch nur wenige Länder haben eine so miserable Bilanz wie Kambodscha. Im Ranking des World Justice Project landet Kambodscha, einer der wichtigsten Textilproduktionstandorte der Welt, auf dem zweitletzten Platz. Die kambodschanische Regierung hat mit ihrer repressiven Haltung gegenüber der Opposition gezeigt, dass in Kambodscha kaum noch von einem funktionierenden Rechtsstaat die Rede sein kann. Die Justiz funktioniert als verlängerter Arm der Politik und oppositionelle Kräfte und Gewerkschaften werden mit Drohungen, Prozessen und Gefängnisstrafen zum Schweigen gebracht. Auch für die Partnerorganisationen von Solidar Suisse ist die Arbeit in diesem Umfeld sehr schwierig.

Solidar Suisse in Kambodscha

Über die kambodschanische Partnerorganisation CENTRAL (Center for Alliance of Labor and Human Rights) unterstützt Solidar Suisse ArbeiterInnen und ihre Organisationen darin, ihre Rechte einzufordern und gegen Missbräuche und Diskriminierungen zu kämpfen. Im Rahmen des Projekts mit CENTRAL werden 330 ArbeiterInnen aus unabhängigen Gewerkschaften und Basisorganisationen zu Arbeitsrecht und Interessensvertretung geschult. Ferner erhalten ArbeiterInnen Rechtsbeistand, auch vor Gericht.

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Hintergrund

Globale Produktion – globale Arbeitskämpfe

Mit einem verstärkten Engagement in Südostasien will Solidar die Rechte von ArbeiterInnen durchsetzen und verantwortliches Handeln von Unternehmen fördern.