30 Jan 18
Fabienne Widmer

Am 29. Januar fand an der ETH Zürich das Forum "From Development of Sports to Sports and Movement Sciences for Development" statt. Neben VertreterInnen aus Wissenschaft, Politik und Sport war Joachim Merz von Solidar Suisse mit einem Referat zum Erbe der Fifa-WM in Südafrika und Brasilien vor Ort.

Unter dem Titel "The Socioeconomic Impact of Fifa World Cups 2010 and 1014 - A Critical Perspective" durchleuchtete Joachim Merz das Erbe der Fifa-Weltmeisterschaften in Südafrika und Brasilien. Das Fazit ist ernüchternd: Zigtausend Menschen wurden zwangsumgesiedelt, Stadionarbeiter mussten für ihren Lohn kämpfen und StrassenverkäuferInnen verloren ihr Wirkungsfeld. Die Veranstaltungen haben den Austragungsländern keinen ökonomischen Mehrwert gebracht und für viele der eigens dafür gebauten Stadien gibt es keine Verwendung mehr. Die grösste Gewinnerin dieser Megasport-Events ist unter dem Strich die Fifa.

Die Beiträge der verschiedenen ReferentInnen (u.a. Alt-Bundesrat Adolf Ogi, Ex-Skirennfahrerin Dominique Gisin, ETH-Rektorin Sarah Springman) zum breit gefassten Themenkomplex waren im Fokus sehr unterschiedlich (siehe Programm), wobei der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit von Megasportevents verschiedentlich genannt wurde.

Und was nimmt Joachim Merz als Erkenntnis aus dieser Tagung mit? "Breitensport kann ein sehr gutes Vehikel für Entwicklung sein. Das sehen wir bei Solidar Suisse zum Beispiel in Moçambique, wo wir Fussball und Volleyball mit HIV-Sensibilisierung oder der Aufklärung über Menschenrechte kombinieren. Aber im Elitesportbereich, der von Kommerz gesteuert ist, spielt dieser positive Einfluss leider nicht. Die Zahlen sprechen hier einfach eine ganz andere Sprache".

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