7 Dez 17

In El Salvador gilt ein absolutes Abtreibungsverbot: Abtreibung ist sogar dann verboten, wenn das Leben der Frau gefährdet ist oder eine Vergewaltigung zur Schwangerschaft führte. Solidar Suisse und medico international schweiz haben an einer Veranstaltung im Rahmen der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ über die fatale Gesetzgebung in El Salvador informiert.

„Das absolute Abtreibungsverbot ist für den Tod ganz vieler Frauen verantwortlich“, bringt es Diana López auf den Punkt. Die 19-jährige Promotorin für sexuelle und reproduktive Rechte von Frauen engagiert sich bei einer Solidar-Partnerorganisation und kämpft gemeinsam mit anderen Frauenorganisationen für eine Lockerung des Abtreibungsverbotes in El Salvador.

Frauenfeindliche Politik und Praxis

In El Salvador werden Frauen, die abtreiben, heute mit 8 Jahren Gefängnis bestraft. Noch härtere Strafen haben Frauen erhalten, die eine Fehlgeburt erlitten und denen vorgeworfen wurde, sie hätten ihr Baby umgebracht. Die geschilderten Fälle zeugen von einer extrem frauenfeindlichen Politik und Justiz. Ein Opfer dieser Gesetzgebung ist zum Beispiel Evelyn. Sie wurde nach einer Fehlgeburt auf der Toilette ins Spital eingeliefert. Die Schwangerschaft war Folge einer Vergewaltigung, und die 18-Jährige hatte gar nicht bemerkt, dass sie schwanger war. Sie wurde von den Spitalangestellten angezeigt, ihr Baby ermordet zu haben. Vor Gericht wurde sie am 5. Juli 2017 zu 30 Jahren Haft wegen „schweren Mordes“ verurteilt. Solche Denunziationen von Seiten des Gesundheitspersonals sind in El Salvador keine Seltenheit. Angeklagt werden meist arme Frauen, die keine Möglichkeit haben, sich zu wehren.

Hoffnung auf Freilassung nach 10 Jahren Gefängnis

Ein anderer gravierender Fall ist jener von Teodora del Carmen Vásquez. Morgen Freitag findet in San Salvador das Berufungsverfahren zu ihrem Fall statt. Teodora hat bereits zehn Jahre im Gefängnis verbracht, nachdem sie 2007 im 9. Monat eine Totgeburt hatte. Sie hatte den Notruf alarmiert, doch die Hilfe kam nicht rechtzeitig. Stattdessen erschienen mehrere Polizeibeamte und legten sie in Handschellen. Sie wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt, weil das Gericht der Auffassung war, sie habe ihr neugeborenes Kind getötet. Beweismaterial, das für eine Totgeburt des Kindes sprach, war nicht berücksichtigt worden. Aus armen Verhältnissen stammend, hatte sie sich keine effektiven AnwältInnen leisten können.

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Solidar in El Salvador

Veränderungen anstossen

Miriam Lopez setzt sich in El Salvador dafür ein, dass Frauen sich einbringen können. Mit grossem Erfolg – für sich und ihre Gemeinde.