28 Nov 17

Im globalen Norden verursacht, zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels vor allem im globalen Süden: zum Beispiel in Burkina Faso.

Text: Arlette Badolo, Expertin für Klimawandel in Burkina Faso

Der Klimawandel macht den Bauern und Bäuerinnen in Burkina Faso zunehmend das Leben schwer. Der 80-jährige Boureima Zoungranna aus Boussé, einer Kleinstadt 50 Kilometer von der Hauptstadt Ouagadougou entfernt, erinnert sich: «Früher konnte ein Bauer auf seinem Feld 10 bis 15 Wagenladungen ernten. Heute ernten wir auf einer grösseren Fläche 8 bis höchstens 10 Wagenladungen.» Seïdou Ouedraogo aus dem 20 Kilometer entfernten Niou pflichtet ihm bei: «Die Veränderung ist eindeutig, es bleibt uns nichts anderes übrig als sie zu meistern.» Das Problem sind Dürre und Erosion, bedingt durch den Klimawandel.

Verminderung der Erosion

Um den Auswirkungen des Klimawandels etwas entgegenzusetzen, unterstützt Solidar Suisse die BäuerInnen in Burkina Faso mit verschiedenen Massnahmen. So vermittelt die Solidar-Partnerorganisation Association Tind Yalgré (ATY) Methoden, die Erosion der Böden zu verhindern. Zum Beispiel mit «Zaï». Mit dieser Methode wird das Saatgut in 30 cm tiefe Mulden gepflanzt und die Erde rundherum aufgeschüttet. Damit können auch unfruchtbar gewordene Böden zurückgewonnen werden. Wasserauffangbecken, aus denen die Felder bewässert werden können, helfen ebenfalls, Dürreperioden zu überstehen.

Ausgleich der Ernteausfälle

Zudem hilft ATY, das Einkommen der BäuerInnen zu erhöhen, zum Beispiel mit Gemüseanbau während der Regenzeit. Damit das klappt, müssen die BäuerInnen das Regenwasser in grossen Becken auffangen und damit ihre Felder bewässern. Denn immer häufiger fällt zu wenig Regen. Und es lohnt sich: Während der Regenzeit gibt es in der Hauptstadt eine grosse Nachfrage nach frischem Gemüse, weil das Getreide fast aufgebraucht ist und alle auf die Ernte warten. «So können die ProduzentInnen ihr Gemüse profitabler vermarkten», erzählt Elie Sawadogo von ATY. «Wir verkaufen einen Sack mit 50 Kilogramm Auberginen für 10 000 Francs (ca. 17 Franken), und alle sechs Tage kann geerntet werden», bestätigt Francis Ouedraogo mit einem Lächeln auf den Lippen. Auch Seïdou Ouedraogo konnte damit seine wegen des Klimawandels gesunkene Produktion wieder steigern: «Und dies nicht, weil es etwa mehr geregnet hätte, sondern wegen der neuen Anbaumethoden, die wir gelernt haben», betont er. Zum Ausgleich der Ernteausfälle tragen auch Schaf- und Ziegenzucht bei. Die Familien erhalten von ATY drei Tiere, von deren Nachwuchs geben sie nach zwei Jahren wiederum drei Tiere zurück.

Zusätzliche Weiterbildungen schlagen sich direkt in einer ertragreicheren Produktion und dem besseren Schutz gegen den Klimawandel nieder. Zum Beispiel lassen die BäuerInnen ihre Tiere nicht mehr frei herumlaufen, sondern sammeln ihren Mist ein, weil sie gelernt haben, daraus Dünger zu machen. Oder sie verarbeiten die Feldfrüchte, bevor sie sie verkaufen und erzielen so höhere Erträge. Fati Ouedraogo stellt zum Beispiel Soumbala her, eine Art Bouillonwürfel aus lokalen Gewürzen. «Auch meine Hirse- und Maiskekse verkaufen sich gut», meint sie.

Dieser Artikel erschien im Magazin Solidarität 4/2017.

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