12 Okt 17
Iwan Schauwecker

Anlässlich der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) vom 13. bis 15. Oktober in Washington fordert die „Fight Inequality Alliance“ konkrete Anpassungen der Politik um Ungleichheit zu verhindern.

Mehr als 100 Organisationen, darunter auch globale Akteure wie Oxfam, Greenpeace, ITUC und ActionAid haben sich zur globalen „Fight Inequality Alliance“ zusammengeschlossen. In einem offenen Brief fordert die Allianz von der Weltbank und dem IWF ihren Worten endlich Taten folgen zu lassen.

Vom Bekenntnis hin zur Politik

Die beiden Organisationen treffen sich diese Woche in Washington zu ihrer Herbsttagung. Zuletzt hatten sich IWF Chefin Christine Lagarde und auch die Weltbank für einen Abbau von Ungleichheit ausgesprochen. Doch diese Einsicht ist relativ neu. „Es hat 50 Jahre gedauert, bis die beiden Institutionen zugegeben haben, dass der Neoliberalismus die Ungleichheit steigert - wir werden ihnen keine weiteren 50 Jahre mehr geben, um ihr Geständnis zu verwirklichen.", sagte die philippinische Aktivistin und Sprecherin der globalen Fight Inequality Alliance Lidy Nacpil.

Bruch mit dem neoliberalen Wirtschaftsmodell

Zwei Forderungen stehen im Zentrum des offenen Briefs: Erstens müssen Weltbank und IWF ihre interne Struktur ändern, denn derzeit werden sie von den westlichen Industriestaaten dominiert. Zudem muss die Zivilgesellschaft systematisch in die Entscheidungsfindung einbezogen werden, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Armen und Schwachen gehört werden. Zweitens muss es einen grundlegenden und unwiderruflichen Bruch mit dem neoliberalen Wirtschaftsmodell geben, das Ungleichheiten massiv verschärft  hat. Ein erster Schritt hierfür wäre es, die Kreditvergaberichtlinien von IWF und Weltbank so zu ändern, dass sie vor und nach der Umsetzung daraufhin evaluiert werden, ob sie wirtschaftliche und genderspezfische Ungleichheiten verschärfen oder beheben.

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