16 Jun 17
Fabienne Widmer

Morgen beginnt der Confederations Cup, das Vorbereitungsturnier zur Fifa Fussball-Weltmeisterschaft in Russland. In vier von insgesamt zwölf WM-Stadien wird dieses Turnier unter strengen Sicherheitsvorkehrungen über die Bühne gehen. Weniger gut steht es um die Sicherheit und die Einhaltung der Menschenrechte in den Stadien, die noch im Bau stehen.

Die Vorbereitungszeit für eine WM mit dem Bau von riesigen Fussballarenen dauert viele Jahre. Solidar Suisse hat wiederholt auf Missstände wie Ausbeutung der Stadionarbeiter und Repression hingewiesen und die Fifa dazu aufgefordert, ihre Verantwortung in Russland wahrzunehmen. Der diese Woche veröffentlichte Bericht von Human Rights Watch bestätigte die bisherigen Erkenntnisse von Solidar Suisse, wonach Arbeiter monatelang auf ihren Lohn warten und der Arbeitsschutz und die Sicherheit zu wünschen übrig lassen.

Der Fifa-Einsatz für die Menschenrechte

Seit Gianni Infantino als Präsident amtet, hat die Fifa Menschenrechte zu einem wichtigen Thema der Organisation erklärt: Die Statuten der Fifa enthalten nun ein Bekenntnis zur Einhaltung der Menschenrechte und ein Menschenrechts-Beirat mit Beteiligung von NGOs wurde eingerichtet. Doch was bedeutet das für die Praxis? Die Fifa führt regelmässige Kontrollen auf den WM-Baustellen in Russland durch und hat dabei auch Missstände dokumentiert, die nach eigenen Angaben jedoch behoben werden konnten.
Doch Details werden von der Fifa weiterhin nicht kommuniziert: Wie viele Missstände genau erfasst wurden, wie diese genau aussehen und was dagegen unternommen wurde, muss transparent gemacht werden. Das Bekenntnis zur Einhaltung der Menschenrechte gemäss den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN Guiding Principles for Business and Human Rights) ist nur dann nachvollziehbar und glaubwürdig, wenn die dazugehörigen Massnahmen erkennbar sind.

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Hintergrund

WM 2018 in Russland

Wegen der Wirtschaftssanktionen und des tiefen Ölpreises steht die russische Regierung finanziell unter Druck und hat Budgetkürzungen für die WM beschlossen.