10 Mär 17
Iwan Schauwecker

In einem Appell an den IWF fordert Solidar Suisse zusammen mit zahlreichen anderen NGOs, dass die ausgesetzten IWF-Kreditzahlungen erst aufgenommen werden, wenn eine deutlich höhere Transparenz und zahlreiche Massnahmen zur Bekämpfung der Korruption in Moçambique bestehen. Das rohstoffreiche und korruptionsgeplagte Land ist in einen grossen Kreditskandal verwickelt und seit vergangenem Herbst zahlungsunfähig.

Namhafte Persönlichkeiten aus der Schweiz publizierten im Dezember 2016 einen offenen Brief an die Credit Suisse. Inhalt des Briefes waren die Kreditgeschäfte der CS-Filiale London und der russischen Bank VTB London und der Skandal um die Misswirtschaft mit diesen Geldern. Die Grossbank weigert sich, zu den Fragen im Brief Stellung zu nehmen. Bis Ende März soll nun ein externes Audit der US-Firma Kroll die Finanzflüsse im Zusammenhang mit dem Kreditskandal in Moçambique offenlegen.

IWF - Kein weiter wie bisher

Solidar Suisse fordert, dass die ausgesetzten Kreditzahlungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) an Moçambique erst aufgenommen werden, wenn im rohstoffreichen und korruptionsgeplagten Moçambique die Rolle der Regierung, der Kreditgeber und aller involvierten Firmen transparent gemacht wird. Entgegen der moçambiquanischen Verfassung wurden die Kredite der CS sowie zwei weitere Kredite anderer Banken mit einer Staatsgarantie versehen, ohne dass das Landesparlament je darüber abgestimmt hätte.

Staatsbankrott und Rohstoffdeals

Weil infolge des Skandals der IWF, die Weltbank und die Geberländer im Mai 2016 die Budgethilfe an Moçambique einstellten, musste das Land letzten Herbst den Staatsbankrott anmelden. Der ehemalige Vorzeigeschüler des IWF befindet sich derzeit in einer grossen politischen und wirtschaftlichen Krise, welche die ärmsten Bevölkerungsschichten und die Ansätze eines Mittelstandes besonders hart trifft. Gleichzeitig werden weiterhin grosse Rohstoffdeals abgeschlossen: So kündigte Exxon Mobil, der grösste Erdölkonzern der Welt, den Kauf der von einem Off-Shore-Gasfeld 50 Kilometer vor der Küste Moçambiques an. Das Land leidet derweil wie kaum ein anderes unter den Auswirkungen des "Rohstofffluchs".

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Globale Verantwortung

Konzernverantwortung

Konzerne mit Sitz in der Schweiz geraten immer wieder in die Schlagzeilen: Mit ihren internationalen Tätigkeiten verletzen sie allzu häufig Menschenrechte und zerstören die Umwelt.