8 Mär 17
Katja Schurter

In Burkina Faso hat der 8. März eine spezielle Sichtbarkeit. Am Internationalen Frauentag tragen die meisten Menschen – Frauen wie Männer – Kleider aus dem gleich gemusterten Stoff, mit einem offiziellen Frauentag-Logo.

Früher wurden die offiziell ausgewählten Stoffe aus China oder Indien importiert. Doch dann wehrten sich die Weberinnen und Schneiderinnen. Sie wollten, dass ihre Stoffe verwendet werden und sie die Kleider nähen können. Mit dem Regierungswechsel 2015 wurde dieser Wunsch endlich Realität. Seit 1984 ist der 8.März in Burkina Faso ein Feiertag, dies beschloss der damalige Präsident Thomas Sankara. Er wollte so auf die Wichtigkeit der Frauen hinweisen und forderte die Männer auf, an diesem Tag auf den Markt zu gehen und die Frauen in der Küche zu ersetzen, damit sie sehen, was Frauen das ganze Jahr über leisten.

Die Sichtbarkeit ist gewährleistet durch Feiertag, Stoff und Motto, das ein gesellschaftliches Problem aufgreift. „Der Wert des Menschen: Gemeinden setzen sich gegen die sozialen Ausschluss von Frauen ein“, lautet es dieses Jahr. Denn in Burkina Faso kommt es vor, dass Mädchen und Frauen aus der Familie oder ihrem Dorf verstossen werden, weil sie ungewollt schwanger wurden, weil sie sich gegen eine Zwangsheirat wehren oder weil sie der Hexerei verdächtigt werden. Gerade auf dem Land kann ein solcher Ausschluss nicht nur den sozialen Tod bedeuten, sondern lebensbedrohlich sein. Dagegen protestieren heute Tausende von Burkinabès mit ihren Kleidern und am 8. März 2017 wird die Regierung Bilanz ziehen müssen, was sie diesbezüglich unternommen hat.

Für die Rechte von Frauen setzt sich auch Solidar Suisse mit seinen Programmen in Burkina Faso ein.

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