2 Feb 17

Die Welt der Arbeit in China und Südostasien ist geprägt durch globale Lieferketten und die Ausbeutung billiger Arbeitskräfte. Global agierenden Konzernen begegnet Solidar Suisse mit dem Aufbau von transnationalen Netzwerken zugunsten der ArbeiterInnen.

Solidar Suisse begann sein China-Programm im Jahr 2011 mit der Unterstützung von in Hongkong basierten NGOs, die sich für die Einhaltung der Arbeitsrechte einsetzten und Rechtsberatungen anboten. Bei den Verhandlungen des Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China setzte sich Solidar Suisse für die Aufnahme von sozialen Kriterien im Abkommen ein, leider erfolglos. 2015 und 2016 machte Solidar Suisse mit Kampagnen in der Schweiz auf die schlechten Arbeitsbedingungen bei der Produktion von Spielsachen und Pfannen in China aufmerksam. Diese Kampagnen werden fortgeführt um den Zusammenhang zwischen unserem Konsum und den Arbeitsbedingungen in den asiatischen Fabriken noch besser aufzeigen.

Vor Ort wird Solidar noch stärker auf die Vernetzung von NGOs und Gewerkschaften setzen und so die grenzüberschreitende Lobby- und Aufklärungsarbeit zur Durchsetzung von Arbeitsrechten fördern. Zudem unterstützt Solidar Suisse ArbeiterInnen in Kambodscha, China, Pakistan und weiteren Ländern mit Rechtsberatungen, Bildungsangeboten für arbeitende Kinder und Schutzmassnahmen bei gesundheitsschädigenden Arbeiten. Die direkte Verbindung mit den Menschen vor Ort erlaubt es uns, im Notfall wie zum Beispiel beim Brand einer Fabrik, schnell und grenzüberschreitend Nothilfe leisten zu können. Im Rahmen dieses neuen Vorgehens gilt folgenden drei Bereichen ein besonderes Augenmerk: Palmöl, Textil und Asbest.

Palmölindustrie

Palmöl findet sich in sehr vielen Produkten, die in der Schweiz konsumiert werden. Umweltorganisationen haben bereits vielfach auf die problematischen Aspekte hinsichtlich der Umweltzerstörung  hingewiesen. Wenig bekannt sind der Öffentlichkeit die miserablen Arbeitsbedingungen auf Palmölplantagen: Zwangsarbeit, keine soziale Sicherung und Ausbeutung von ArbeitsmigrantInnen sind die Regel.


Textilindustrie

Auch die Textilindustrie ist bekannt für schlechte und unterbezahlte Arbeit. Die Industrie wird durch internationale Modelabels dominiert. Diese Firmen brüsten sich vielfach mit Corporate Social Responsibility (CSR) und behaupten die Arbeitssituation würde sich verbessern. Doch die Realität sieht leider anders aus. Das Feuer in Tazreen, der Einsturz von Rana Plaza oder Massenohnmacht in kambodschanischen Fabriken sind Beispiele für die desolate Situation vieler FabrikarbeiterInnen.


Tödliches Asbest

Asbest gehört weiterhin zu einer der häufigsten Todesursachen von asiatischen ArbeiterInnen. Obwohl Asbest in den meisten westlichen Ländern verboten ist, wird es in weiten Teilen Asiens zum Leidwesen von Millionen von ArbeiterInnen und Gemeinschaften weiterhin verwendet. Das Verbot von Asbest wird durch gewisse Industriebetriebe und Regierungen in Asien massiv bekämpft. Zudem werden Opfer von Asbesterkrankungen kaum oder gar nicht unterstützt.


In allen obengenannten Feldern sind der Zugang zu Wissen und die Organisation der ArbeiterInnen von herausragender Bedeutung. Dadurch kann in Zukunft das Lobbying zum Schutz der ArbeiterInnen auf allen politischen Levels verstärkt werden. Übergeordnetes Ziel ist, dass transnationale Konzerne eine rechtliche Verantwortung für ihre ganze Lieferkette übernehmen müssen.

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Hintergrund

Faire Arbeit

Faire Arbeit ist ein Menschenrecht und ein zentraler Faktor zur Armutsbekämpfung. Als Beitrag zu einer gerechten Globalisierung unterstützt Solidar Suisse Projekte, die guten Arbeitsbedingungen förderlich sind.