24 Aug 16
Iwan Schauwecker

Der Bundesrat hat heute angekündigt, dass er das Protokoll zur Aktualisierung des internationalen Übereinkommens zur Bekämpfung von Zwangs- oder Pflichtarbeit unterzeichnen will. Weltweit sind heute schätzungsweise 21 Millionen Menschen Opfer solch drastischer Formen von Ausbeutung. 

Zwangsarbeit ist eine schwere Verletzung grundlegender Menschenrechte und ist einer der Hauptgründe für Armut. Und obwohl Zwangsarbeit weltweit geächtet wird, besagen internationale Statistiken, dass heute 21 Millionen Menschen unter Zwang ausgebeutet werden. Dies reicht von traditionellen Formen der Sklaverei über Zwangsrekrutierungen und Schuldknechtschaft bis zur Bestrafung politischer Dissidenten.

Erfreuliche Entscheidung des Bundesrates

Solidar Suisse begrüsst die Absicht des Bundesrates, das ILO-Protokoll zur Bekämpfung von Zwangsarbeit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu unterstützen. Wenn das Parlament dem Bundesrat Folge leistet, ist die Schweiz eines der ersten zehn Länder, die das Protokoll ratifizieren. Die Schweiz sendet damit ein Signal an andere ILO-Mitgliedsstaaten, ebenfalls ihre Präventions- und Schutzmechanismen zu stärken, um Kinderarbeit, Menschenhandel und Zwangsarbeit zu verhindern. Neben den Massnahmen zur Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsarbeit im Inland sollte die Schweiz aber auch ein Augenmerk auf Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen im Ausland haben und entsprechende Gesetze erlassen.

Gegen Menschenrechtsverletzung im Ausland

Denn Zwangsarbeit steckt auch in manchen Produkten, die im Ausland produziert und in der Schweiz verkauft werden. Hier werden die innerstaatlichen Massnahmen, auf die sich das Protokoll der ILO beschränkt, zu kurz greifen. Und auch im Bezug auf die Aktivitäten von Schweizer Konzernen im Ausland steht der Gesetzgeber noch in der Pflicht, klare Regeln zur Einhaltung der Menschenrechte zu definieren. Die Konzernverantwortungsinitiative kann hier die notwendigen Grundlagen schaffen.

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Hintergrund

Faire Arbeit

Faire Arbeit ist ein Menschenrecht und ein zentraler Faktor zur Armutsbekämpfung. Als Beitrag zu einer gerechten Globalisierung unterstützt Solidar Suisse Projekte, die guten Arbeitsbedingungen förderlich sind.