Das Solidar-Gemeinderating zeigt 2019 Hocherfreuliches: Die Zahl der Bestplatzierten hat sich von 12 auf 16 erhöht und es gibt keine Gemeinde mehr mit 0 Punkten. Konkret heisst das: Immer mehr Gemeinden richten ihre Beschaffungspraxis auf soziale Nachhaltigkeit aus und engagieren sich in der Entwicklungszusammenarbeit. Spitzenreiterin der Schweiz ist Carouge, die Aufsteigerin des Jahres ist  Uster.

Das heute vom Parlament verabschiedete Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) schafft neue Möglichkeiten für sozial und ökologisch verantwortungsvollen Einkauf. Während des zehn Jahre dauernden Revisionsprozesses hat sich ein Paradigmenwechsel zugunsten von Nachhaltigkeit und Qualität durchgesetzt. Das ist nicht zuletzt der Arbeit der NGO-Koalition zur öffentlichen Beschaffung zu verdanken. Wermutstropfen ist jedoch, dass neu unterschiedliche Preisniveaus in den Produktionsländern berücksichtigt werden sollen.

Donnerstag, 6. Juni 2019

Bund und Kantone müssen die Weichen jetzt richtig stellen, wenn die Schweiz die Uno-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung umsetzen will. Dazu gehört nament­lich die nächste "Strategie Nachhaltige Entwicklung" (SNE), die der Bundesrat bis Ende Jahr verab­schieden will. Aber auch die Ziele und Kriterien der internationalen Zusammenarbeit 2021-2024 müssen auf die Agenda 2030 abgestimmt werden.

Solidar Suisse engagierte sich 2018 mit Erfolg für benachteiligte und unterdrückte Menschen. Die Organisation verzeichnete ein gutes Spendenjahr. Die Tatsache, dass der Umsatz von Solidar Suisse gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent gesunken ist, ist vor allem auf auslaufende Projekte zurückzuführen. Demgegenüber haben projektgebundene Spenden um 21 Prozent und damit auf einen Rekordwert zugenommen, was das Vertrauen der Geldgeber in die Arbeit von Solidar Suisse belegt.

In vielen Ländern – insbesondere in Asien – ist stark krebserregendes Asbest immer noch verbreitet und fordert jährlich über 220‘000 Todesopfer. Die 9. Konferenz der Rotterdamer Konvention, die derzeit in Genf tagt, könnte Weissasbest auf die Liste gefährlicher Chemikalien setzen und damit den weltweiten Handel einschränken. Doch Russland, der wichtigste Produzent von Weissasbest, setzt sich für eine Blockade dieses Prozesses ein. Solidar Suisse, die Unia und andere Opfervereinigungen fordern von den beteiligten Staaten, dass sie sich mit voller Kraft für ein weltweites Verbot von Asbest einsetzen.

Angesichts der Flutkatastrophe in Moçambique fordern mehrere Schweizer NGOs in einem offenen Brief die Credit Suisse auf, dem krisengeschüttelten Land die Rückzahlung eines Milliardenkredits zu erlassen. Es handelt sich um Schulden in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar als Folge betrügerischer Absprachen zwischen der Credit Suisse, der russischen Bank VTB, internationalen Auftragnehmern und moçambiquanischen Regierungsvertretern. Die illegal aufgenommenen Kredite stürzten Moçambique 2016 in eine bis heute andauernde Finanzkrise und erschweren nun den Wiederaufbau des Landes erheblich.

Mittwoch, 20. März 2019
Iwan Schauwecker

Solidar Suisse leistet Nothilfe für die Opfer des Sturms und der Überschwemmungen in Moçambique. Für sofortige Hilfsmassnahmen stellt Solidar Suisse 100'000 Franken zur Verfügung und sammelt weitere Spenden. Die Nothilfe wird vor Ort mit dem Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) und der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA) koordiniert. Solidar Suisse ist bereits seit vielen Jahren mit Entwicklungszusammenarbeit in Moçambique engagiert.

Eine neue Untersuchung von Solidar Suisse zeigt, dass in Burkina Faso 250 000 Kinder auf Baumwollfeldern arbeiten müssen. Die Arbeit birgt grosse Gefahren und behindert die schulische Entwicklung der Kinder. Von dieser illegalen Praxis profitieren auch Schweizer Baumwollhändler. Solidar Suisse fordert die Händler Reinhart AG und Louis Dreyfus in einer Petition dazu auf, sich sofort für die Abschaffung der prekären Kinderarbeit in ihrer Lieferkette einzusetzen.

Die Vermögen der MilliardärInnen sind im vergangenen Jahr um zwölf Prozent (durchschnittlich 2,5 Milliarden US-Dollar pro Tag) gestiegen, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung elf Prozent (durchschnittlich 500 Millionen US-Dollar pro Tag) verloren hat. Dies geht aus dem neuesten „Public Good or Private Wealth“-Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam hervor. Auch in der Schweiz gab es eine weitere Zunahme der Ungleichheit, und die Vermögen der Superreichen sind stark gewachsen. Solidar Suisse engagiert sich gemeinsam mit Oxfam für eine faire Besteuerung von Konzernen und Vermögenden, um die Ungleichheit zu reduzieren.

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