Sonntag, 27. Januar 2019

Eine neue Untersuchung von Solidar Suisse zeigt, dass in Burkina Faso 250 000 Kinder auf Baumwollfeldern arbeiten müssen. Die Arbeit birgt grosse Gefahren und behindert die schulische Entwicklung der Kinder. Von dieser illegalen Praxis profitieren auch Schweizer Baumwollhändler. Solidar Suisse fordert die Händler Reinhart AG und Louis Dreyfus in einer Petition dazu auf, sich sofort für die Abschaffung der prekären Kinderarbeit in ihrer Lieferkette einzusetzen.

Heute publiziert Solidar Suisse einen Bericht über Kinderarbeit in der Baumwollproduktion von Burkina Faso. Jedes fünfte Kind im Alter von 5 bis 17 Jahren arbeitet in den Anbaugebieten auf den Baumwollfeldern. Beim Pflügen, der Aussaat, dem Düngen, Behandeln und Ernten der Baumwolle sind die Kinder erheblichen Gefahren ausgesetzt. „Ich arbeite auf den Baumwollfeldern, seit ich fünf Jahre alt bin. Eine meiner Cousinen starb an einem Schlangenbiss. Kein Kind kann die Arbeit für seine Eltern verweigern, denn nur so können wir uns ernähren, kleiden und das Schulgeld bezahlen“, erzählt die 14-jährige Monique. Verheerend ist das ungeschützte Spritzen von Pestiziden – die hochgiftigen Chemikalien machen sowohl unmittelbar als auch langfristig krank. Manche Kinder gehen wegen der Arbeit nicht zur Schule, andere nur unregelmässig oder völlig übermüdet.

Schweizer Händler: Profiteure von Kinderarbeit

Die Schweiz ist zusammen mit London der wichtigste Handelsplatz für Baumwolle. Das Familienunternehmen Reinhart AG aus Winterthur und der Multi Louis Dreyfus SA in Genf kaufen bedeutende Mengen Rohbaumwolle aus Burkina Faso und verkaufen sie weiter in alle Welt. Als wichtige Abnehmer der Baumwolle aus Burkina Faso profitieren sie von der Kinderarbeit auf den Baumwollfeldern. „Obwohl Kinderarbeit auch in Burkina Faso verboten ist, haben die Händler bisher nichts gegen die Kinderarbeit in ihren Lieferketten unternommen. Sie sind damit Teil eines wirtschaftlichen Systems, das sich auf die Ausbeutung von Kindern abstützt.“, kommentiert Fabienne Widmer, Kampagnenleiterin bei Solidar Suisse den Missstand. Die Baumwollhändler sehen bisher keinen Handlungsbedarf und schieben ihre Verantwortung auf Labels wie „Cotton Made in Africa“ ab.

Konzernverantwortung: Keine Kinderarbeit in der Lieferkette

Solidar Suisse lanciert deshalb heute eine Petition an Reinhart AG und Louis Dreyfus SA. „Die Händler müssen dafür sorgen, dass in ihrer Lieferkette auf die prekären Formen von Kinderarbeit verzichtet wird. Die Uno-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verpflichten sie dazu.“, erläutert Widmer die Forderungen. Um die prekäre Kinderarbeit zu reduzieren, müssen alle Akteure ihren Beitrag leisten. Suisse führt in Burkina Faso ein Projekt zur Sensibilisierung der BäuerInnen durch; zentral sind die Wichtigkeit der Schulbildung sowie der Schutz der Kinder vor Gefahren.

Kontakt für Rückfragen

Fabienne Widmer, Kampagnenleiterin, 078 307 80 81

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Baumwollreport Solidar Suisse

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