Sonntag, 26. November 2017

Zwei von drei in der Schweiz verkauften Spielsachen kommen aus China. Eine verdeckte Recherche in chinesischen Fabriken zeigt, wie die Rechte der ArbeiterInnen grob missachtet werden. Gefährliche Chemikalien, bis zu 140 Stunden Fliessbandarbeit und mangelnde Hygiene gehören zum Weihnachtsgeschäft, wie heimlich aufgenommene Fotos belegen. Um die Eltern und die Kinder über die Arbeitsbedingungen aufzuklären und den Druck auf die Spielwarenkonzerne zu erhöhen, verteilt Solidar Suisse beiStrassenaktionen in Zürich, Bern und Basel ein Fair Toys-Magazin, das spannende Einblicke in die Welt der Spielsachen liefert.

Die investigative Recherche von Solidar Suisse und China Labor Watch wirft erneut ein Schlaglicht auf die menschenunwürdigen Bedingungen in der Spielwarenindustrie. ArbeiterInnen mussten monatlich zwischen 80 und 140 Stunden Überzeit leisten. Die exzessiven Überstunden sind nach chinesischem Recht verboten. Ein Grund für die schlechten Löhne und die Arbeitsbedingungen sind die Verträge mit internationalen Konzernen wie Mattel, Hasbro und Disney. Simone Wasmann, Kampagnenverantwortliche von Solidar Suisse, sieht die Spielwarenkonzerne in der Pflicht: „Die Markenhersteller üben einen enormen Druck auf die chinesischen Fabriken aus, möglichst billig zu produzieren. Dieser Druck führt zu Ausbeutung.“

Suizid wegen Arbeitsbedingungen in Spielzeugfabriken

Auch der Arbeitsschutz ist ungenügend, selbst wenn mit gefährlichen Chemikalien gearbeitet wird. Wehren können sich die ArbeiterInnen kaum, da Arbeitnehmervertretungen fehlen. Exklusive Fotos der Undercover-Ermittler von China Labor Watch zeigen die katastrophalen Lebensumstände der ArbeiterInnen. Bilder belegen, dass acht Personen in spartanische Schlafräume gepfercht werden und die sanitären Anlagen oft verdreckt sind. Die Bedingungen der ArbeiterInnen sind so schlecht, dass es auch zu Suiziden und Suizidversuchen kommt. Während der drei Monate, in denen China Labor Watch ermittelte, sprangen zwei Arbeiter aus Verzweiflung vom Dach. Einer kam ums Leben.

Trotz dieser menschlichen Tragödien und krasser Missstände, gibt es – Dank öffentlichem Druck und Medienberichten – einige Verbesserungen zu vermelden: Die reguläre Arbeitswoche wurde in den untersuchten Fabriken von sechs auf fünf Tage reduziert, womit auch die Löhne der ArbeiterInnen gestiegen sind.

Aufklärung mit Magazin für Kinder und Eltern

Mit der mehrjährigen Fair Toys-Kampagne kämpft Solidar Suisse dafür, dass sich die Verhältnisse weiter verbessern. Dieses Jahr lanciert Solidar Suisse das Fair Toys-Magazin für Kinder und Erwachsene, um damit Eltern und Kinder direkt anzusprechen. Das Heft vermittelt Wissenswertes rund um Spielzeug und klärt gleichzeitig darüber auf, unter welchen Bedingungen Spielzeuge hergestellt werden. Das Magazin wird während zwei Wochen in Zürich, Basel, Bern, Genf und Lausanne verteilt und kann auch unter www.fairtoys.ch online bestellt und gratis heruntergeladen werden.

Bildmaterial, Hintergrundinformationen und Links

- Fair Toys-Themenheft für Kinder und Eltern www.fairtoys.ch

- Toys Report 2017 und Hintergrundinformationen zur Kampagne www.solidar.ch/de/fair-toys

- Fotos aus Spielzeugfabriken http://www.solidar/de/fotos-fair-toys-recherche

- Fotos der Strassenaktion (ab 26.11. 13:00 Uhr). www.solidar.ch/de/fotos-fair-toys-strasse

Kampagnenstart in Zürich – Aktionen in Basel, Genf und Bern

Solidar Suisse-Aktivistinnen verteilen das Fair Toys-Magazin an Kinder und Erwachsene. Strassenaktionen sind in Zürich (26.11. vgl. unten), Basel (2.12.), Genf (6.12.) und Bern (9.12.) geplant.

Zürich 26.11.2017 (Sonntagsverkauf)

Ort und Zeit: 11:00 Hauptbahnhof Zürich, 12:00 Route über Bahnhofplatz am Franz Carl Weber vorbei und anschliessend via Bahnhofstrasse Richtung Bürkliplatz.

Für Rückfragen

Simone Wasmann, Kampagnenverantwortliche Solidar Suisse, Tel. 079 430 82 22
Email: simone.wasmann@solidar.ch

Share buttons Header Image