Donnerstag, 6. April 2017

Die drei Hilfsprojekte der Stadt Zürich und des Hilfswerks Solidar Suisse im Libanon erreichen ihre Ziele. Die Direkthilfe entlastet die libanesischen Gemeinwesen. Das Brunnen-Projekt steht kurz vor dem Abschluss, das Gesundheitszentrum ist bereits instandgesetzt und die Schule renoviert. Das zeigte letzte Woche ein Delegationsbesuch vor Ort.

Im Herbst 2015 hat die Stadt Zürich ihr Engagement für Flüchtlinge verstärkt. Dazu gehörten auch Hilfsprojekte direkt vor Ort. Viele Gemeinwesen im Libanon stossen durch die Aufnahme von syrischen Flüchtlingen an ihre Grenzen. Zusammen mit Solidar Suisse hat die Stadt Zürich im Dezember 2016 deshalb drei Direkthilfe-Projekte gestartet. Eine gemischte Zürcher Delegation informierte sich letzte Woche direkt vor Ort über den Fortschritt und Erfolg der Vorhaben.

Schule für Kinder von Einheimischen und Flüchtlingen

In der Gemeinde Houmine el Faouqa hat Solidar Suisse mit Hilfe der Stadt Zürich eine Schule renoviert, um mehr Kinder aufzunehmen. Neu können zusätzliche Flüchtlingskinder eine Schule in der Gemeinde besuchen. So entfällt der Schulweg in entfernt gelegene Schulen, der die finanziellen Möglichkeiten vieler Flüchtlingsfamilien übersteigt. Inzwischen sind fast ein Viertel der Schülerinnen und Schüler in Houmine el Faouqa Flüchtlingskinder.

Gesundheitsversorgung für alle

Die Gesundheitsversorgung im südlibanesischen Qaagaait Al Jisr war ungenügend. Solidar Suisse setzte deshalb im Auftrag der Stadt Zürich das örtliche Gesundheitszentrum wieder instand. Aufgrund der Flüchtlinge aus Syrien war die Zahl der Patientinnen und Patienten in den letzten Jahren um über 30 Prozent angestiegen. Da ein Labor fehlte, war bereits für Standardtests die Reise in die nächstgelegene Stadt nötig. Das stellte arme Libanesinnen und Libanesen sowie syrische Flüchtlinge vor finanzielle Probleme. Im Rahmen des Direkthilfe-Projekts konnte ein Labor neu eingerichtet und ein Labormitarbeiter eingestellt werden.

Neuer Brunnen für sauberes Trinkwasser

In Qsaibet En-Nabatieh musste die Trinkwasserversorgung für die einheimische Bevölkerung und die syrischen Flüchtlinge rationiert werden. Dies sorgte für Spannungen. Dank der Stadt Zürich und Solidar Suisse konnte ein neuer Brunnenschacht bis auf 550 Meter Tiefe gebohrt werden, der die gesamte Bevölkerung wieder in ausreichendem Mass mit sauberem Trinkwasser versorgt.

Erste Phase des Engagements erfolgreich abgeschlossen

Die drei Direkthilfe-Projekte lancierte die Stadt Zürich als erste Phase des Projekts «Erst-Flucht-Stadt». Mit Solidar Suisse hat die Stadt Zürich einen erfahrenen Umsetzungspartner gefunden, der seit 2012 im Libanon präsent ist und sowohl syrische Flüchtlinge als auch bedürftige libanesische Familien und Gemeinden unterstützt. Wie der Besuch vor Ort zeigte, haben die drei Projekte ihre Ziele erreicht und können erfolgreich abgeschlossen werden. Die Erfahrungen aus den Direkthilfe-Projekten fliessen in die zweite Phase des Engagements der Stadt Zürich ein: eine Projektpartnerschaft mit einer libanesischen Stadt.

Für weitere Auskünfte

  • Esther Maurer, Direktorin Solidar Suisse, Telefon 079 430 82 22.

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