Freitag, 18. Dezember 2015
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Der Schweizer Spielzeugwarenverband soll handeln, damit Spielzeug fair produziert wird. Das fordern 5800 Personen, die innert zweieinhalb Wochen einen Appell von Solidar Suisse unterzeichnet haben. Die Organisation hatte in einem Report auf die unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei der Spielwarenproduktion in China aufmerksam gemacht. Am Freitag, 18. Dezember 2015 um 9 Uhr übergibt Solidar Suisse den Appell dem Spielwarenverband. 

Jedes zweite Spielzeug in der Schweiz kommt aus China, wo es meist unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wird, wie ein Report von Solidar Suisse zeigt. In chinesischen Fabriken erhalten die ArbeiterInnen nur einen Mindestlohn, der nicht zum Leben reicht. Deshalb sind sie gezwungen, massive Überstunden zu leisten. Ausserdem müssen sie unter Bedingungen arbeiten, die ihre Gesundheit gefährden.

Das wollen 5800 Personen ändern. Sie unterstützen einen Appell des Hilfswerks Solidar Suisse, der den schweizerischen Spielwarenverband auffordert, für faire Arbeitsbedingungen einzustehen. Neben einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen will Solidar Suisse auch mehr Transparenz erreichen. Dies erwarten auch die KonsumentInnen. Eine Solidar-Umfrage zeigt: 80 Prozent sind bereit, für fair produzierte Spielsachen mehr zu bezahlen und wünschen sich ein Fairtrade-Label. Dies ist nicht nur gut Verdienenden ein Anliegen (94 Prozent), sondern auch Personen mit einem schmaleren Portemonnaie (77 Prozent). 

Faire Arbeitsbedingungen würden uns im Laden nur wenig mehr kosten. Denn lediglich ein Bruchteil des Spielzeugpreises fliesst zu den Fabriken nach China. Bereits mit einer minimalen Erhöhung des Preises um 0,05 Prozent könnte der Lohn der ArbeiterInnen verdoppelt werden und ihre Existenz sichern. Bei einem Teddy von 30 Franken entspricht das weniger als 2 Rappen.

Der Report zeigt deutlich, dass in den Bereichen Arbeitssicherheit, Arbeitszeiten und existenzsichernde Löhne ein grosser Handlungsbedarf besteht – das sieht auch der Spielwarenverband Schweiz so. 

Er will dafür sorgen, dass faire Arbeitsbedingungen bei der Produktion von Spielzeug international durchgesetzt werden. Solidar wird genau verfolgen, ob den schönen Worten auch Taten folgen.